Kinder und Jugendliche zwischen 6 und 14 Jahren sind die
Generation, die mit Computer, Internet und Handy aufgewachsen sind. Typisch
für diese 'Netzwerkkinder' ist der unbefangene, selbstverständliche Umgang
mit den neuen Technologien.
Eine Studie „Netzwerkkinder“ von der mobilkom austria, durchgeführt
von Senor Marktforschung, hat 200 Kinder und Jugendliche aus ganz Österreich
in persönlichen Gesprächen befragt, und ist zu folgenden Ergebnissen gekommen:
Netzwerkkinder verbindet der gemeinsame Wunsch, Zeit und Raum
auszudehnen. Sie wollen via neue Medien und Technologien erreichbar sein, andere
erreichen können und mit realen oder virtuellen Freunden in Kontakt bleiben.
Alltag eines Netzwerkkindes
Das Medium Radio dominiert deutlich am Morgen: 62 % der Kinder und Jugendlichen
hören beim Frühstück Radio; ein Viertel der Kinder sieht fern, während nur 5 % den Computer einschalten.
Ab dem Nachmittag steigt die Medienkurve steil an: Computer und Fernsehen sind
die eindeutigen Favoriten. 78 % aller Netzwerkkinder sind nach der Schule im Internet unterwegs, 79 % sehen fern.
Der Radiokonsum, der am Morgen seinen Höhepunkt hatte, sinkt im Laufe des
Tages, bis er am Abend bei 40 % stagniert.
„Medien und neue Technologien sind für Kinder keine Arbeitsgeräte,
die sie zu einer bestimmten Tageszeit ein- und gleich wieder ausschalten. Sie
sind Alltagsbegleiter“, so Auftraggeber der Studie und Generaldirektor
von mobilkom austria Dipl.-Ing. Dr. Boris Nemsic.
Alltagsbegleiter Handy
Jedes dritte Kind mit Handy ist "always on". Die Kinder und Jugendlichen von heute möchten jederzeit erreichbar sein. Für 24 % der Kinder
ist das Handy - immer neben dem Bett am Nachtkästchen - gleichzeitig ihr
Wecker. 48% aller Schüler zwischen 6 und 14 Jahren lassen sogar während der Schulstunde
ihr Handy eingeschaltet.
Mit Hilfe von neuen Mobilfunktechnologien werden sich Jugendliche gegenseitig Bilder und Videos ihres jweiligen Aufenthaltsortes schicken, um andere mitleben zu lassen. Während Bilder aber vergängliche Spontaneindrücke zur Beziehungspflege seien, wird das geschriebene Wort an Bedeutung gewinnen.
Neue Technologie verändert Autoritätsverhältnis
Aufgrund der neuen Technologien kommt es zu einer Änderung der Autoritätsverhältnisse
zwischen Eltern und Kinder. Waren früher Eltern als Experten und Antwortgeber
akzeptiert und geschätzt, geben sich Kinder heute Antworten per Internet selbst.
Sie kennen sich mit neuen Technologien besser aus als Erwachsene und schätzen
diese Kenntnisse auch.
„Jugendliche benoten ihre Fähigkeit, mit dem Computer umzugehen, mit einer
„Zwei“ im Schulnotensystem. Die Väter werden noch eher mit einer 2 bis 3 benotet,
die Mütter aber technologieschwach mit 3 minus“, erklärt die Geschäftsführerin der Sensor Marktforschung Mag. Daniela Heininger.
Zukunftsvorstellungen
Die technologiesche Zukunft stellen sich die "Netzwerkkinder"
so vor: Jeder Mensch besitzt einen Computer, in der Schule wird jedes Kind am
PC arbeiten. Einkaufen wird nur noch über Internet möglich sein. Sie
wünschen sich Fernsehen am Handy, das Festnetz wird abgeschafft.
Neue Technologien werden für die Nähe der Menschen zueinander, wenngleich nur eine virtuelle Nähe, sorgen und die Grundlage für eine neue Form des Zusammenlebens bieten.
Mehr Informationen über
„Netzwerkkinder
– kreative Couchpotatoies? Gefangen zwischen Handy, Internet und Kabel-TV?“
P.T.
(2003-06-25)
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