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Österreich nur Durchschnitt bei TIMSS

Mit der TIMSS-Studie wurde im Frühjahr 2007 im Auftrag des bm:ukk die Mathematik- und Naturwissenschaftskompetenz der SchülerInnen in der 4. Schulstufe gemessen. Österreich hat sich nach 1995 zum zweiten Mal an TIMSS beteiligt. Nun sind die Ergebnisse präsentiert worden, die ein nur durchschnittliches Zeugnis für Österreich bedeuten.

4.859 Volksschüler aus 325 vierten Klassen an 196 Schulen beteiligten sich im Rahmen der alle 4 Jahre durchgeführten internationalen Bildungsvergleichsstudie TIMSS (Trends in International Mathematics and Science Study). An den Tests in der vierten Schulstufe haben im Vorjahr rund 175.000 Schüler aus knapp 40 Länder und sieben politische Regionen (z.B. kanadische Provinzen) teilgenommen.

45 Aufgaben in 2mal 36 Minuten
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Für die Tests gab es insgesamt 353 verschiedene Aufgaben, Multiple-Choice-Antworten gemischt mit offenem Antwortformat. Jede/r österreichische SchülerIn musste rund 45 Aufgaben lösen, dafür standen zweimal 36 Minuten zur Verfügung. Für die Abwicklung der Tests in Österreich war das Bundesinstitut für Bildungsforschung (BIFIE) in Salzburg verantwortlich.

Mathematik: Österreich rutscht von Platz sechs auf Platz zehn
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Unter 36 an der Studie teilnehmenden Ländern klassierten sich die österreichischen Zehnjährigen im Gegenstand Mathematik an der 17. Stelle. 1995 noch - damals hatten allerdings nur 16 Nationen teilgenommen - hatte Österreich den sechsten Platz belegt. Berücksichtigt man ausschließlich die Teilnehmerländer 1995, rutscht Österreich von Platz sechs auf zehn.

Naturwissenschaften: Von Platz drei auf Platz fünfzehn
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Ähnlich ist es bei den naturwissenschaftlichen Testergebnissen: 1995 hatten Österreichs VolksschülerInnen hier den hervorragenden dritten Platz belegt. Jetzt, wieder unter 36 Nationen, liegen unsere SchülerInnen auf Platz 15. (Im 16-Nationen-Vergleich ist es der neunte Platz). Bei Mathematik liegt Hong Kong vor Singapur und Taiwan voran.

Interview mit Bildungsministerin Dr. Claudia Schmied
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Video startenInterview mit Bildungsministerin Claudia Schmied zur TIMSS Studie am 9.12.2008 im Wiener Museumsquartier

ExpertInnenmeinungen
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Katharina Cortolezis-Schlager, Wiener Bildungssprecherin und ÖVP-Nationalratsabgeordente, sieht die Gründe für das schlechte Abschneiden in Sprachproblemen. Wichtig seien daher eine rasche Umsetzung des verpflichtenden Kindergartenjahrs und die im Regierungsprogramm vereinbarte Schaffung eines Bildungsplans. LSR-Präsident für OÖ, Fritz Enzenhofer, verweist darauf, dass Volksschulen Gesamtschulen sind und organisatorische Maßnahmen nicht zielführend sind. Notwendige Ressourcen müssen den Volksschulen auch zur Verfügung gestellt werden. Bezüglich Stundenkürzung liegt es an BM Schmied, die von ihr kritisierten Einsparungen aus der Vergangenheit zurückzunehmen.

Für SP-Klubobmann Dr. Karl Frais ist nun die Chance zur konstruktiven Weiterentwicklung des Bildungssektors gegeben und begrüßt die gemeinsame Schule der 10-14 Jährigen, bei der auch die Volksschulbildung profitieren würde.

Bildungssprecher der Grünen, Harald Walser, sieht die Gründe für das schlechte Abschneiden in den von ihm als Halbtagsschulen bezeichneten Volksschulen und fordert Ganztagskindergärten und Ganztagsschulen, um die volle Aufmerksamkeit der Kinder pädagogisch nutzen zu können. Ganztägige Schulformen und eine Professionalisierung der LehrerInnenaus- und -weiterbildung fordert auch Gabriele Schmid, Leiterin der Bildungspolitik in der AK Wien.

Für FPÖ Schulsprecherin Monika Mühlwerth sind mangelnde Deutschkenntnisse der Grund und sieht die FPÖ-Forderung "erst Deutsch, dann Schule" bestätigt.

Für BZÖ-Bildungssprecherin Ursula Haubner sind die Integrations - und Sprachdefizite von Kindern mit Migrationshintergrund für das schlechte Abschneiden verantwortlich.

Pflichtschulgewerkschaftsvorsitzender Walter Riegler ist der Meinung, dass zu wenig Ressourcen für eine Mehrzahl von zusätzlichen Aufgaben vorhanden sei.

Bernd Schilcher, ehemaliger Leiter der Expertenkommission zur Schulreform meint, dass es zu wenig Sprachförderung im Kindergarten und in der Volksschule gäbe und fordert zwei Jahre verpflichtende ganztägige Kindergartenbetreuung vor Schuleintritt.

Christiane Spiel, Wiener Bildungspsychologin, meint, dass in Österreich zu spät mit der Förderung von Kindern begonnen wird und dass sprachliche und soziale Benachteiligungen noch vor Schuleintritt ausgeglichen werden müssen. Ein Kindergartenjahr sei daher nicht ausreichend.

Wiens Stadtschulratspräsidentin Susanne Brandsteidl fordert ein über das geplante Kindergartenjahr hinausgehendes verpflichtendes bundesweites Vorschuljahr für alle Kinder.

Weitere Informationen
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WeblinkDetailergebnisse auf der bifie Website

WeblinkWeitere Informationen zu TIMSS und PIRLS

Quelle: APA/ZukunftWissen

C.W.
(2008-12-10)
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