Handbuch Forschung für Systemiker

Ein vielseitiges Buch, das facettenreich verschiedene Zugänge zur systemischen Erforschung der sozialen Systeme aufzeigt...

Buchtitel: Handbuch Forschung für Systemiker
AutorInnen: Ochs M u Schweitzer J (Hg)
Verlag: Vandenhoeck & Ruprecht
Erschienen: 2012

Zum Inhalt

Im Einführungskapitel bringen die Herausgeber den Forschungsgegenstand, die Erkenntnistheorie und die Forschungsmotivation auf den Punkt: Es geht um die Erforschung sozialer Systeme, die Forschung erfolgt dabei sozialsystemisch, d.h. z.B. sich der Frage der Emergenz (was passiert Neues und Anderes auf höheren Systemebenen?), der Komplexität (wie differenziert, vernetzt, zirkulär und nebenwirkungsreich sind Elemente und Prozesse in sozialen Systemen miteinander?), der Selbstreflexivität (wie koproduzieren Forscher die zu beschreibenden Wirklichkeiten) und anderen Aspekten zu stellen. Die Forschung geschieht sozialkonstruktionistisch (soziale Wirklichkeiten sind nicht gegeben, sondern konstruiert), ideologiekritisch (Reflexion der Grundannahmen aller Forschungsbeteiligten), lösungsorientiert und im Bewusstsein der Unterschiedlichkeit von Grundlagenforschung und Anwendungsforschung.

Im anschließenden Kapitel bringt Schiepek einen Methodenüberblick systemischer Forschung, z.B. psychologische und sozialwissenschaftliche Methoden der Datenerfassung wie die systematische Verhaltensbeobachtung, oder das komplexe Synergetische Navigationssystem mit Zeitreihen und Synchronisationsmustern u. a. m.   Aber auch physiologische und nuerowissenschaftliche Methoden, wie etwa die Herzfrequenzvariabilität, Computersimulationen, werden beschrieben.

Ein großer Abschnitt des Buches widmet sich Grundlagen und Forschungsfeldern (z.B. der Evaluationsforschung zur Wirksamkeit systemischer Psychotherapie), Die drei folgenden Abschnitte widmen sich den qualitativen Forschungsmethoden und - ansätzen (wie z.B. die phänomenologische Ansätze), den quantitativen Methoden (z.B. standardisierte Fragebogenverfahren) und den gemischten Methoden (wie z.B. das Reprtory Grid, bei dem die subjektive Konstruktion der Wirklichkeit nachvollzogen werden kann).

Zum Schluss beschreiben die Herausgeber, wie man die Forschungspraxis organisieren kann.

Ein vielseitiges Buch im Doppelsinn: Umfangreich und inhaltsreich auf rund 470 Seiten sowie facettenreich in seinen verschiedenen Zugängen zur systemischen Erforschung der sozialen Systeme!

Meta-Daten

Sprache
Deutsch
Anbieter
Education Group
Veröffentlicht am
04.06.2012
Link
https://www.schule.at/bildung/rezensionen/detail/-b2d051357a.html
Kostenpflichtig
nein