Liebe und Persönlichkeitsstörungen

Die vorliegende Ausgabe der Zeitschrift "Persönlichkeitsstörungen. Theorie und Therapie." befasst sich mit der Liebe bei persönlichkeitsgestörten Menschen.

Titel: Liebe und Persönlichkeitsstörungen
Zeitschriftenreihe: Persönlichkeitsstörungen. Theorie und Therapie.
AutorInnen: Verbandsorgan der Gesellschaft zur Erforschung und Therapie von Persönlichkeitsstörungen (GePs)e.V.
Verlag: Schattauer
Erschienen: 2012

Zum Inhalt

Diese Zeitschrift hat sich schon für viele wichtige Themen rund um die Persönlicheitsstörungen engagiert, z.B. für Somatoforme Störungen (2/2005), Transkulturelle Aspekte (4/2005), Selbstkonzept und Selbstwertgefühl (1/2007), Extremisten und Persönlichkeitsstörungen (4/2009) - um nur einige wenige Beispiele anzuführen. Demnächst wird das Thema Stress, Burnout und Persönlichkeitsstörungen im Mittelpunkt stehen.

Die vorliegende Ausgabe befasst sich mit der Liebe bei persönlichkeitsgestörten Menschen, denn Liebe ist nicht nur eine Quelle von Freude und wohligen tiefen Gefühlen, sondern auch Ursprung vieler psychischer Leidenszustände. Das Heft spannt den Themenbogen über sechs wichtige Bereiche: Die Kriterien für Liebe - und ihre Grenzen. Liebe bei dependenten Menschen, bei Borderlinern, bei Rockidolen, Liebe und Gewalt in Intimpartnerschaften, Sexualität bei narzistischen Persönlichkeitsstörungen. Es kommen dabei viele faszinierende Einblicke zustande. Etwa die Kriterien für die Liebesfähigkeit, die Kernberg einfühlsam schildert: Interesse am Lebensprojekt des anderen Menschen, ein grundlegendes Vertrauen in die Empathie des Partners und seine guten Absichten; die Fähigkeit authentischer Vergebung(sbereitschaft) und Bescheidenheit und Dankbarkeit (für das Wunder der Liebe bzw. einfacher formuliert: Dankbarkeit für die Existenz des Partners). Oder die Vermutung Bandelows, dass bei berühmten Rockmusikern eine bei Borderlinern beobachtete Störung des endogenen Opiatsystems vorliegt, exzessives Verhalten muss die Defekte beim Belohnungssystem ausgleichen. Oder Quindeaus Annahme, dass bei Gewalt in der Ehe eine erweiterte Introjektion der gesamten Person des Gewalttäters vorliege und es zu einer traumatisch bedingten Subjekt-Objekt-Verschmelzung komme. Das sind nur drei Beispiele für die Anregungen, die der Leser erhält, viele andere Impulse werden von den Fallgeschichten ausgehen.

Eine interessante Auseinandersetzung - ein motivierendes Themenheft - eine faszinierende Reihe!

Meta-Daten

Sprache
Deutsch
Anbieter
Education Group
Veröffentlicht am
29.05.2012
Link
https://www.schule.at/bildung/rezensionen/detail/liebe-und-persoenlichkeitsstoerungen.html
Kostenpflichtig
nein