Was das neue Schuljahr bringt

Das neue Schuljahr bringt neben einer "Sicherheitsphase" zu Schulbeginn auch erstmals den Ethikunterricht ab den fünften Klassen AHS/MS bzw. den ersten Klassen der BMHS. Darüber hinaus wird auch abseits von Corona getestet: Die individuelle Kompetenzmessung löst die Informelle Kompetenzmessung (IKM) ab. Außerdem starten auch wieder die Tests für die PISA-Studie. Auch das Pilotprojekt zur Unterstützung der Brennpunktschulen startet mit Schulbeginn.

Schülerinnen und Schüler rennen ins Schulgebäude

Sicherheitsphase

Zu Beginn des Schuljahres am 6. September in Ostösterreich bzw. am 13. September in West- und Südösterreich steht zuerst die 3-wöchige Sicherheitsphase am Programm: Alle Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte müssen in dieser Zeit unabhängig vom Impfstatus dreimal pro Woche einen Corona-Test absolvieren. Außerhalb der Klasse muss außerdem ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden. Diese Phase endet in Wien, Niederösterreich und dem Burgenland am 27. September, im Westen am 4. Oktober. Welche Maßnahmen dann gelten, ist von der Corona-Entwicklung im jeweiligen Bundesland abhängig.

Ausstattung mit digitalen Endgeräten

Die abseits der Corona-Regelungen wichtigste Neuerung ist wohl die Ausstattung von rund 150.000 Schülerinnen und Schülern mit kostengünstigen digitalen Endgeräten. Umfasst sind die fünfte und sechste Schulstufe, also die ersten und zweiten Klassen AHS/Mittelschule/Sonderschule. Voraussetzung für die Teilnahme der Schulen war die Erarbeitung eines Konzepts, wie die Geräte im Unterricht eingesetzt werden sollen, und die Zustimmung der Schulpartnerschaftsgremien aus Eltern, Lehrkräften und Schülerinnen und Schülern. 93 Prozent der Schulen haben sich für eine Teilnahme entschieden.

Auslieferung der Geräte ab 20. September

Die Auslieferung der Geräte beginnt ab 20. September. Die Eltern müssen dabei einen Selbstbehalt von 25 Prozent bezahlen, das sind je nach gewähltem Gerät rund 100 Euro. Dafür geht das Gerät dann auch in den Privatbesitz der Schüler über. Familien mit wenig Geld können vom Selbstbehalt befreit werden. Ab dem nächsten Schuljahr erhalten dann die jeweiligen ersten Klassen AHS/Mittelschule/Sonderschule die Geräte.

Ethikunterricht

Eine weitere große Änderung betrifft den Ethikunterricht: In den fünften Klassen der AHS bzw. den ersten Klassen der berufsbildenden mittleren und höheren Schulen (BMHS) müssen ab heuer alle Schülerinnen und Schüler, die nicht am Religionsunterricht teilnehmen, das Fach Ethik besuchen. Bisher war dies nur an manchen Schulen im Rahmen von Schulversuchen der Fall. Das Ausmaß beträgt zwei Stunden pro Woche. Im darauffolgenden Schuljahr wird diese Verpflichtung auf die sechste Klasse AHS bzw. zweite Klasse der BMHS ausgedehnt usw. 2024/25 gibt es dann Ethikunterricht an allen Oberstufenklassen der AHS, im Jahr darauf auch an allen der BMHS.

Schüler-Schüler-Gespräch

Weitere Schulversuche werden außerdem in das Regelschulwesen überführt. Das betrifft etwa das Schüler-Schüler-Gespräch bei der mündlichen Fremdsprachen-Matura. Dabei führt im Dialog-Teil nicht die Lehrkraft das Gespräch mit den Prüfungskandidaten, sondern diese diskutieren miteinander.

Neue Kompetenzmessungen und PISA-Test

Auch abseits von Corona wird getestet: Die individuelle Kompetenzmessung PLUS (iKM PLUS) löst ab dem kommenden Schuljahr die Informelle Kompetenzmessung (IKM) ab, die ihrerseits erst vor kurzem die Bildungsstandard-Testungen ersetzt hat. Gestartet wird im Sommersemester mit den Erhebungen in allen dritten Klassen Volksschule in den Bereichen Deutsch/Lesen und Mathematik.

Im Frühjahr 2022 absolviert außerdem eine Stichprobe von rund 7.000 15- bzw. 16-jährigen Schülerinnen und Schülern wieder die Tests für die PISA-Studie. Schwerpunkt der aufgrund der Corona-Pandemie um ein Jahr verschobenen Erhebung ist diesmal Mathematik, daneben werden auch noch die Bereiche Lesen und Naturwissenschaften sowie erstmals Finanzkompetenz abgefragt. Die Ergebnisse gibt es dann Ende 2023.

Start Pilotprojekt zu Schulen mit besonderen Herausforderungen

Die Unterstützung von sogenannten "Brennpunktschulen" findet ebenso seinen Start zu Schulbeginn. 100 Schulen (32 davon in Wien) werden österreichweit im Wintersemester zur Mitarbeit aufgefordert und beobachten, welche zusätzlichen Ressourcen benötigt werden - beispielsweise bauliche Veränderungen, zusätzliche Ausstattung mit digitalen Endgeräten, mehr Personal, Sozialarbeit oder Ähnliches. Wissenschaftlich begleitet wird das Pilotprojekt von der Universität Wien. Ab dem Sommersemster 2022 sollen dann insgesamt 15 Millionen Euro vom Bund an diese Schulen fließen.

Quelle: APA/Science