Virtual Reality im Unterricht

© Yayasya/iStock/Thinkstock
© Yayasya/iStock/Thinkstock

Real oder Virtuell? Virtual Reality und Augmented Reality haben in Medizin und Technik schon länger Einzug gehalten und mit Pokémon Go auch den Alltag erobert. Die Potenziale sind vielversprechend, doch wie sieht es im Bereich Schule aus? Was ist möglich und was bringt‘s?

Virtual Reality und Augmented Reality im Einsatz

Spricht man von Augmented Reality (AR) wird Virtuelles in eine reale Umgebung gesetzt. Virtual Reality (VR) dagegen ermöglicht Interaktionen, die vollkommen von der realen Welt losgelöst sind.
Anwendung finden die Erweiterungen der realen Umgebung zum Beispiel in der Medizin, Technik oder Architektur. So kann eine Verdampfungsanlage virtuell erkundet, das Herz von innen angesehen, im virtuellen Raum das Schweißen geübt werden, an einem virtuellen Montageplatz herumprobiert werden oder der gezeichnete Plan im Maßstab 1:1 "begangen" werden. Die Potenziale liegen auf der Hand:

  • Perspektivenwechsel
    Virtuelle Realitäten ermöglichen einen Ortswechsel, Dinge aus anderen Perspektiven zu betrachten und in andere Rollen zu schlüpfen.
  • Interaktion
    Neben passiven Angeboten wie Lehrvideos oder Bücher erlauben VR Interaktionen. In Handlungen kann eingegriffen und Inhalte können verändert werden.
  • Darstellung komplexer Vorgänge
    Komplexe technische oder medizinische Vorgänge, Konstrukte werden „begreifbar“.
  • Übungssetting in abgesicherter Umgebung
    Gefährliche und schwierige Aufgaben können in virtueller Umgebung geübt werden.

Brillen, die eine neue Welt zaubern, die genauso wie unsere aussehen können, gibt es viele. Egal ob Samsung, HTC, Sony oder Google, viele Firmen bieten bereits ihre eigenen VR-Brillen am Markt an. Ein Modell ist die Oculus Rift, die Umgebungen zum Üben, Ausprobieren und Staunen erschafft.
Aber wie ist es nun im Unterricht? Wie kann Augmented Reality in den Unterricht integriert werden, ohne dass hohe Kosten entstehen und der Zeitaufwand überschaubar bleibt? Welche Möglichkeiten gibt es bereits heute, um virtuelle und reale Welt zu kombinieren?

VR und AR im Unterricht von heute

3D-Welten erstellen und erkunden

Virtuelle Rundgänge, Vorstellung von Orten, Denkmälern oder Gebäuden können auch selber gestaltet werden. Mit einer Smartphone-Halterung aus Karton mit zwei Sammellinsen, einer sogenannten Cardboard-Brille und einem Smartphone kann eine 3D-Ansicht in 360° ermöglicht werden. Als Materialien können vorgefertigte Entdeckungsreisen wie etwa "Google Expeditions" verwendet werden oder mittels 360°-Panorama-Apps (z.B. Photosynth) eigene Aufnahmen erstellt werden.
360°-Brillen können auch gebastelt werden. Tipps und Anleitungen gibt es im Medienpädagogik-Praxisblog und auf medienbildung.com.


Interaktive Rallyes

Mithilfe von QR-Codes und Smartphone oder Tablet können Lerninhalte in Form von Rallyes erarbeitet werden.

Ein Beispiel aus dem Fach "Religion": Schnitzeljagd mit QR-Codes

Allgemeine Infos zur Erstellung am Medienpädagogik-Praxisblog.

Die App "Actionbound" ermöglicht die Erstellung von digitalen Schnitzeljagden, in die Medieninhalte, interaktive Aufgaben, GPS-Tags etc. eingebunden werden können.

Actionbound im Unterricht


Augmented Reality Browser - Apps

Ein Augmented Reality Browser ist eine Anwendung für Smartphones und Tablets, die zusätzliche Informationen im Kamerabild des Benutzers anzeigt. So können zum Beispiel Informationen zu Sehenswürdigkeiten im Kamerabild eingeblendet werden. Zur Bestimmung der Position wird üblicherweise GPS eingesetzt. Es wird jedoch auch eine Erkennung von Objekten mittels Kamera verwendet.
Beispiele für Augmented Reality Browser sind:

Layar

Mithilfe von Layar können multimediale Zusatzmaterialien ergänzt werden. Sie kann z.B. zur Erstellung von Handyrallyes verwendet werden.

Mehr Informationen (Beschreibung der App und Möglichkeiten für den Unterricht)
Erstellung von Handyrallyes

Wikitude

Mit Wikitude können zu allem, was durch die Kameralinse erblickt wird, Zusatzmaterialien geliefert werden.

Mehr Informationen (Beschreibung der App und Möglichkeiten für den Unterricht)

blippAR

Die App erkennt Gegenstände und liefert Informationen dazu.

Webseite zu blippAR.


Die Gestaltung neuer virtueller Lernszenarien bedarf einiger Überlegung. Die Kombination aus virtueller und realer Lernwelt hat zwar Potenzial, genaue Vorbereitung und Zielsetzung sind jedoch unerlässlich:

Potenziale für den Unterricht:Zu beachten ist:
gesteigerte Aufmerksamkeit durch Überraschungsmoment/Wow-Effekt Lerneffekt vor Wow-Effekt: didaktisches Konzept und zielgerichtete Durchführung notwendig, um Lernziel zu erreichen
Bessere Verständlichkeit der Lerninhalte (auch komplexer Inhalte)Zeitaufwand: Vorbereitung und Durchführung sind mit Zeitaufwand verbunden
Medien-Mix möglich (Text, Video, Audio, Animationen, 3D, etc.)Technik: Einsatz von Technik erfordert Vorbereitung und ist problemanfällig, kann bei Durchführung zu Schwierigkeiten führen.
Motivation und Neugierde (Spannung)
Selbstorganisiertes Lernen


Mehr Informationen zu Augmented und Virtual Reality finden Sie auch in den Fachbeiträgen: