Alexander von Humboldts Reisetagebücher im Internet veröffentlicht

Bild: Thinkstock/Zoonar/Zoonar RF
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Die persönlichen Aufzeichnungen des Naturforschers Alexander von Humboldt während seiner Reise durch Süd- und Mittelamerika von 1799-1804 sind wissenschaftshistorisch von besonderem Wert.

Humboldts Amerikanische Reise war die erste Reise überhaupt, die dem rein wissenschaftlichen Zweck diente. Seine Beobachtungen auf dieser Entdeckungsreise gehören zu den wichtigsten Forschungsobjekten zum 19. Jahrhundert. Er führte dabei akribisch Tagebuch und ließ seine Aufzeichnungen nach der Reise fest binden. Seine zahlreichen Einzelnotizen, Exzerpte, Tabellen, Skizzen, politischen Reflexionen, Theorieversuche und Zeichnungen sind Grundlage seines wissenschaftlichen Reisewerks "Voyage aux régions équinoxiales du Nouveau Continent".

Alexander von Humboldt, Tagebuch, Quelle: Digitale Bibliothek der Staatsbibliothek zu Berlin - CC BY-SA-NC 3.0

 

Dokumente aus Humboldts gesamtem Leben

Im Rahmen eines Digitalisierungsprojekts wurden nun sowohl die Amerikanischen Reisetagebücher als auch der gesamte Nachlass gesichert, nahezu vollständig erschlossen und online recherchierbar gemacht.

Der Nachlass von Alexander von Humboldt zählt zu den wichtigsten Nachlässen, weil er Dokumente aus Humboldts gesamtem Leben (vor allem aus der Zeit seit 1799) enthält. Seine Briefe, Notizen, Artikel, Skizzen und Tabellen verdeutlichen seine breit gefächerten Interessen und Vorgehensweisen. In dem etwa 50.000 Blatt umfassenden Nachlass können nun seine Materialien zu Themen wie Sklaverei, Astronomie, Meeresströmungen, Naturgeschichte, Geschichte der Weltansicht, Mineralogie, Geographie der Pflanzen und ethnische Klassifizierungen eingesehen werden.

Alexander von Humboldt - Amerikanische Reisetagebücher

Dank dieses Forschungsprojekts, welches das deutsche Bundesforschungsministerium mit drei Millionen Euro gefördert hat, können nun Humboldts Aufzeichnungen von allen Interessierten digital angeschaut und studiert werden. Umgesetzt wurde das Projekt von der Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz und der Universität Potsdam.