PISA - wo liegen Österreichs Schüler?

(c) gettyimages.de/iStock/Getty Images Plus
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Zum siebten Mal wurde die PISA-Studie durchgeführt und zum dritten Mal bildet die Lesekompetenz den Schwerpunkt. Mathematik und Naturwissenschaft wurden als Nebendomänen erfasst. Wie haben Österreichs Schüler abgeschnitten? Wir haben uns die Ergebnisse angesehen:

Österreich im Mittelfeld

Österreich hat ähnlich wie bei der letzten Erhebung 2015 abgeschnitten und liegt im Schnitt der OECD-Staaten. Beim Haupttestgebiet Lesen wurde ein Mittelwert von 484 Punkten (2015: 485) erreicht und liegt im OECD-Schnitt von 487. In Naturwissenschaften sind die Ergebnisse etwas rückläufig (490 Punkte, 2015: 495 Punkte). Aber auch das aktuelle Ergebnis entspricht dem OECD-Schnitt (489). Am stärksten schnitten die 15- bis 16-jährigen ÖsterreicherInnen in Mathematik mit 499 Punkten ab. 2015 waren es 497. Hier liegen sie über dem OECD-Schnitt (489).

Leistungsstand Österreich im Vergleich zum OECD-Durchschnitt

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Informationen verknüpfen und eigene Lösungswege finden

Mit rund 600.000 TeilnehmerInnen aus insgesamt 79 Ländern und Regionen war die PISA-Studie 2018 die größte bisher. Wie auch in den vergangenen Jahren wurde kaum gelerntes Wissen abgefragt. Der Schwerpunkt liegt vielmehr darauf, wie es SchülerInnen gelingt, Wissen anzuwenden, inwieweit sie Fakten von Meinungen unterscheiden und Informationen verknüpfen können und ob sie eigene Lösungswege finden.

Sozioökonomischer Hintergrund und Migration als Einflussfaktor

Die Ergebnisse machen deutlich, dass es einen signifikanten Zusammenhang zwischen Herkunft und Leistung gibt. Selbst wenn die Leistungen von SchülerInnen aus schwierigen Verhältnissen über dem Durchschnitt liegen, streben sie nur äußerst selten eine tertiäre Bildung an. Bei den leistungsstarken und ökonomisch bessergestellten SchülerInnen sind es hingegen nur 20%, die keine tertiäre Bildung anstreben. Österreich gehört mit Deutschland leider zu jenen Ländern, in welchen der soziale Faktor besonders stark ausgeprägt ist.

Dazu kommt, dass Jugendliche mit Migrationshintergrund in Österreich vergleichsweise mit den größten Leistungsnachteilen zu kämpfen haben. Bei der Lesekompetenz macht der Mittelwertunterschied zwischen Einheimischen und Jugendlichen der zweiten Generation 54 Punkte aus. Bei Jugendlichen der ersten Generation sind es ganze 79 Punkte.

Jungen und Mädchen im Vergleich

Der Vergleich zwischen Mädchen und Jungen zeigt im Bereich Naturwissenschaften keine Leistungsunterschiede. Anders sieht es bei Mathematik und Lesen aus:
Jungen schneiden in Mathematik deutlich besser ab, während Mädchen beim Leseverständnis deutlich stärkere Ergebnisse erzielen. Dies gilt übrigens nicht nur für Österreich, sondern für alle PISA-Teilnahmeländer. Was die Mathematikleistungen der Mädchen und Jungen anbelangt, gehört Österreich gemeinsam mit Kolumbien und Italien zu jenen EU-Ländern mit einem vergleichsweise hohen Geschlechterunterschied.

Schwerpunkt Lesen

Bereits zum dritten Mal bildete bei der PISA-Studie die Lesekompetenz den Testschwerpunkt. Hier wurden unter anderem Lesefreude und Leseselbstkompetenz erhoben. Am höchsten ist die Lesefreude bei Mädchen sowie Jugendlichen in der AHS. 53% der befragten SchülerInnen geben an, nur dann zu lesen, wenn es sein muss. Es gibt 2018 auch eine deutlich höhere Zahl an Jugendlichen, die Lesen als Zeitverschwendung empfinden (35%), als im Jahr 2000 (28%). Die Leseselbstkompetenz der SchülerInnen in Österreich ist vergleichsweise hoch.
Österreich mag bei PISA 2018 im Bereich der Lesekompetenz zwar nicht unter dem OECD-Schnitt liegen, allerdings nicht aufgrund besserer Leistungen der Jugendlichen, sondern aufgrund des Absinkens der Leistungen in anderen Staaten.

Weitere Informationen und Detailergebnisse (OECD)