Recht im Internet – Das Urheberrecht

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Das Internet ist heute eine der wichtigsten Informationsquellen und eine nahezu unerschöpfliche Quelle für das Erstellen von digitalen Werken (Texten, Präsentationen, Podcasts, Videos usw.).

Aber: Dürfen Texte, Bilder, Musikdateien und Videos für eigene Arbeiten verwendet werden? Wenn ja, welche und unter welchen Bedingungen?

Bei der Erstellung digitaler Werke sind drei Rechtsbereiche besonders zu beachten:

  • das Urheberrecht
  • das Persönlichkeitsrecht (insbesondere das Recht am eigenen Bild)
  • der Datenschutz

In diesem Beitrag sollen besonders urheberrechtliche Bestimmungen, die für Lehrende sowie für Schülerinnen und Schüler im Umgang mit im Internet „frei“ verfügbaren Materialien relevant sind, erörtert werden.

Urheberrechtlich geschützt sind Werke, die persönliche geistige Schöpfungen sind. Das Urheberrecht schützt somit das geistige Eigentum der Person, die das Werk geschaffen hat. Urheberrechtlich geschützte Werke sind Kompositionen, literarische Werke, Werke der bildenden Künste (Malerei, Architektur, neue Medien u. Ä.) und der Filmkunst. Auch wenn es an der Werkqualität fehlt, sind schöpferische Leistungen (Fotografien, Darbietungen eines Künstlers, Sendungen im Radio oder Fernsehen, Tonträger, …) im Urheberrecht besonders geschützt. Hier ist allerdings nicht der Inhalt, sondern nur die Form (die Art der Zusammenstellung bzw. Präsentation) des Werks geschützt.

Der Urheber hat das Recht zur Vervielfältigung und zur Verbreitung seines Werkes, sowie das Senderecht bzw. das Vortrags- und Vorführrecht. Als Person hat er auch das Recht, als Urheber genannt zu werden und das Recht auf besonderen Schutz seines Werkes. Veränderungen von fremden Online-Werken sind somit unzulässig. Das Urheberrecht ist aber zeitlich beschränkt. Es beginnt mit der Schaffung des Werkes und endet 70 Jahre nach dem Tod des Urhebers. Urheberrechtliche Leistungen (z. B. Radiosendungen) haben eine kürzere Schutzdauer. Es gibt dafür aber keine einheitlichen Schutzfristen.

Urheberrecht – was tun?

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Welche Konsequenzen ergeben sich aus dem Urheberrechtsgesetz? Ein urheberrechtlich geschützter Text oder ein urheberrechtlich geschütztes Bild darf ohne Einwilligung des Autors nicht übernommen werden, auch wenn der Autor genannt wird. Schüler A hat ein Bild von Schüler B gemacht und Schüler B möchte dieses auf seinem Social Media Account verwenden. In diesem Fall ist die Zustimmung des Schülers A (er ist ja der Urheber) notwendig.

Sehr wohl darf aber auf Materialien im Internet verlinkt werden. Im Rahmen des Zitatrechtes dürfen Teile fremder Werke im Rahmen eigener Werke unter entsprechendem Hinweis auf den fremden Autor wiedergegeben werden. Bei Übernahme von Objekten aus anderen Webseiten ist die Zustimmung des Autors notwendig. Es sollte jedoch unbedingt sichergestellt werden, dass der Übergeber auch wirklich der Autor der Objekte ist.

Wichtig wäre in diesem Zusammenhang, den Schülerinnen und Schülern Quellen für Materialien anzubieten, die entweder gemeinfrei sind (durch Ablauf der Schutzfristen) oder unter Creative-Commons-Lizenz (CC) veröffentlicht wurden. Bei der CC-Lizenz ist jedoch auf die angegebenen Attribute zu achten.

Amtliche Werke, wie Gesetze, Verordnungen und Erlässe, und wissenschaftliche Daten und Fakten dürfen problemlos verwendet werden. Allerdings kann eine spezielle Form der Darstellung urheberrechtlichen Schutz genießen.


Konkrete Arbeitsaufgaben für die SEK I und II

Folgende Arbeitsanregungen für die Sekundarstufe I und II enthalten konkrete Arbeitsaufgaben, wie das Thema im Unterricht angegangen werden könnte:

Quizfragen:

Hier noch ein paar Fragen im Anschluss für die Überprüfung des Wissens oder auch als Einstieg in die Thematik "Recht im Internet" (Was wissen die SchülerInnen bereits dazu?):

Unter welchen Bedingungen darfst du Bilder aus dem Internet verwenden?

  • Ich muss die Lizenzbestimmungen für die Bilder genau lesen und beachten.
  • Bilder aus dem Internet darf ich immer verwenden.
  • Bilder aus dem Internet dürfen nicht verwendet werden.

Erläuterung: Bilder, die du unter bestimmten Bedingungen verwenden darfst, sind mit einer Creative-Commons-Lizenz gekennzeichnet. Mehr dazu findest du im Internet.

Du möchtest Informationen einer Webseite für eine Präsentation nutzen.

  • Im Rahmen des Zitierrechts darf ich Teile des Textes nutzen. Ich muss aber die Quelle angeben.
  • Ich kopiere einfach den Text auf eine Folie meiner Präsentation.
  • Texte auf Webseiten sind urheberrechtlich geschützt. Ich darf sie nicht verwenden.

Erläuterung: Wenn du Text aus einer Webseite wörtlich oder dem Inhalt nach übernimmst, ist das im Sinne des Urheberrechtsgesetzes ein Zitat.
Zitieren darfst du, aber du musst  immer die genaue Quelle des Zitats angeben.

    Eine gute Suchmaschine für die Suche nach lizenzfreien Medien (Bilder, Musik) ist …

    • search.creativecommons.org
    • google.at
    • bing.com

    Erläuterung: search.creativecommons.org ist eine Metasuchmaschine, die andere Suchmaschinen nach Inhalten durchforstet, die unter CC-Lizenz veröffentlicht wurden. Du solltest aber immer die genauen Lizenzbestimmungen lesen.

    Auf welchem Portal kannst du viele lizenzfreie Bilder finden?

    • pixabay.com
    • google.at – Bildersuche
    • youtube.com

    Erläuterung: Bilder auf Pixabay werden mit der Lizenz CC0 (CC-Lizenz ohne Attribute) freigegeben. Du darfst sie ohne Einschränkungen verwenden.
    Aber genau lesen: Die Bilder von Shutterstock sind nicht frei.

    Bei einem Bild auf Wikipedia steht die Lizenz CC BY. Was bedeutet das?

    • Ich darf das Werk verbreiten, verändern und auch kommerziell verwenden, muss aber den Namen des Urhebers nennen.
    • Nichts. Bilder auf Wikipedia darf ich frei verwenden.
    • Ich muss bei Wikipedia nachfragen, ob ich dieses Bild verwenden darf.

    Erläuterung: Mit einer CC-Lizenz ohne Einschränkung (CC0) verzichtet der Urheber auf alle seine Rechte. Das Werk wird Public Domain. Durch Beifügen von Attributen kann sich der Urheber einzelne Rechte sichern.




      Gastbeitrag von Hubert Pöchtrager, Lehrer an der NMS St. Peter am Wimberg und Lehrender an der PH Oberösterreich.


      Jeden 1. Mittwoch: Digitalisierung in der Praxis

      schule.at und Playmit präsentieren jeden 1. Mittwoch im Monat (ausgenommen Juli und August) einen Beitrag zu Praxisbeispielen aus dem Alltag mit Arbeitsanregungen für die Sekundarstufe I und II.

      Weitere Unterstützung bei der Umsetzung der verbindlichen Übung Digitale Grundbildung bieten die Playmit Lehrbücher für SchülerInnen sowie das Lehrerheft.


       

      Tipps der schule.at Redaktion

      Medienratgeber: Alles erlaubt?! Urheberrecht im Internet

      Im Medienratgeber der Education Group finden Sie wertvolle Infos rund um das Urheberrecht im Internet, Creative Commons Lizenzen sowie Linktipps und einem Videoinput von der pädagogischen Leiterin von saferinternet.at - Barbara Buchegger!

      Zum Medienratgeber!

      Peter Burgstaller: Urheberrecht - was Lehrende beachten müssen!

      Dr. Peter Burgstaller ist Rechtsanwalt und FH-Professor für IT-/IP-Recht sowie Gerichtssachverständiger für Urheberrecht und neue Medien. In folgendem Vortrag (aufgezeichnet am 18.10.2017 an der FH Campus Linz beim ExpertInnenforum Hochschuldidaktik) geht er auf das Urheberrecht in der Schule und Hochschule ein.