Sprachenlernen mit dem digitalen Sprachenportfolio

Reinhold Embacher/bilderpool.at

„Hello!“ und „Buongiorno!“, „Hyvää päivää!” und ”God dag!” – Europa ist ein Kontinent mit einer Fülle von Sprachen und Kulturen. Mit Hilfe des Europäischen Sprachenportfolios soll die individuelle Mehrsprachigkeit gefördert werden – und ab Jänner ist dies auch mit digitaler Unterstützung möglich!

Das Europäische Sprachenportfolio basiert auf dem ”Gemeinsamen europäischen Referenzrahmen für Sprachen: lernen, lehren, beurteilen”. Dieser unterteilt Sprachkenntnisse in die Fertigkeitsbereiche ”Hören”, ”Lesen”, ”An Gesprächen teilnehmen”, ”Zusammenhängend sprechen” und ”Schreiben”, die in sechs ansteigenden Niveaus (von A1 bis C2) beurteilt werden.

Die sprachlichen Fertigkeiten werden jeweils als can-do-statements formuliert – die Lernenden können daher selbst überprüfen, wie sie ihre erworbenen Kenntnisse in konkreten Situationen praktisch einsetzen können. Das ESP ermöglicht ihnen die Dokumentation und Reflexion ihrer formellen und informellen Sprachlernerfahrungen bzw. interkulturellen Erfahrungen und begleitet sie bei der Entwicklung ihrer individuellen Mehrsprachigkeit. Damit trägt es zu nachhaltigem und kompetenzorientiertem Sprachenlernen bei.

Dreiteiliger Aufbau

Jedes ESP besteht aus drei eng miteinander verbundenen Teilen:

  • Der Sprachenpass fasst die Sprachkenntnisse kompakt zusammen und ermöglicht somit eine rasche Orientierung über diese.
  • Die Sprachenbiografie dient zur Dokumentation, Begleitung und Reflexion  des Sprachenlernens und des interkulturellen Lernens. Sie bietet darüber hinaus die Möglichkeit für die Lernenden, sich selbst Ziele zu stecken und deren Erreichung zu überprüfen.
  • Im Dossier können die Lernenden eigene Arbeiten (Texte, Audio-Dateien, Filme,...) in den verschiedenen Sprachen, Zertifikate, Feedbacks von Lehrenden oder Freunden,... sammeln und somit ihren Lernfortschritt sichtbar machen.

In Österreich wurden im Auftrag des Bundesministeriums für Unterricht, Kunst und Kultur am Österreichischen Sprachen-Kompetenz-Zentrum drei nationale Sprachenportfolios (ESP für die Grundschule, für die Mittelstufe, für junge Erwachsene) entwickelt, die in Papierform verfügbar sind.

Ab Jänner: Digitales Sprachenportfolio auf lernplattform.schule.at!

Um der zunehmenden Bedeutung des Einsatzes von Neuen Medien im Unterricht Rechnung zu tragen, ist das ESP-M, das Lernende ab der 5. Schulstufe unterstützen soll, nun auch als digitale Version verfügbar und wird ab Jänner 2013 als Block auf allen lernplattform.schule.at-Instanzen (ab Version 2.3) zur Verfügung stehen.

Es dockt an das ebenfalls standardmäßig verfügbare Exabis ePortfolio-Modul an und erlaubt die Veranschaulichung von im Dossier dokumentierten Sprachlernerfahrungen anhand der direkten Verknüpfung mit Portfolioeinträgen. Auch der Austausch von Arbeiten, das Geben und Einholen von Feedback sowie die Zusammenarbeit mit anderen Lernenden werden durch dieses Modul maßgeblich erleichtert. Eine ausführliche Beschreibung der Funktionalitäten finden Sie hier.

Materialien zur Arbeit mit dem (digitalen) Sprachenportfolio

Die Einführung des dESP wird begleitet von einem kooperativen Onlineseminar (7.-27.1.2013) und einer eLecture (11.1.2013) zum Thema.

Weitere Informationen zum Projekt dESP und zur Arbeit mit dem Sprachenportfolio erhalten Sie unter www.sprachenportfolio.at (Bereich „Für die Mittelstufe“).

Das digitale Europäische Sprachenportfolio (dESP)


Das Europäische Sprachenportfolio hilft auf vielfältige Weise aktuelle pädagogische Herausforderungen des Sprachenunterrichts zu meistern (z. B. Individualisierung, Kompetenzorientierung, Mehrsprachigkeit, BiSt). Die Online-Version ist kostenlos undeine gute Möglichkeit E-Learning im Unterricht einzusetzen. Mag. Stephan Waba war an der Entwicklung des dESP beteiligt.