The Colours That Blind

Autor TAVENGERWEI, Rutendo

Verlag Hot Key 2020

Dies ist Tavengerweis zweiter Roman, der einerseits im heutigen Zimbabwe, andererseits Mitte der 70er-Jahre im dem damals Rhodesien geheißenen Land spielt. Und es ist – bei allen Schwächen – ein packender Roman.

Tumi (14) möchte gerne ins Schwimmteam, ist auch auf dem besten Weg dazu, aber da holt ihn die Vergangenheit ein. Tumi ist ein Albino und sieht sich zahlreichen Anfeindungen ausgesetzt; vor allem aber wurde er bereits einmal von einem Onkel entführt, der ihn verkaufen wollte – Albinos sollen ja magische Qualitäten haben. Nun ist der Onkel entlassen worden. Sein älterer Bruder Mkoma bringt ihn zur Sicherheit zur Großmutter, Ambuya Thandie. Die hat 1975 und danach den Guerillakrieg miterlebt; nicht nur das, sie wird zerrieben zwischen den Weißen und den schwarzen Genossen, verliebt sich in einen Weißen und muss schreckliche Dinge miterleben. (Ohne dass Mugabes ZANU erwähnt wird, dürften diese Auseinandersetzungen deren Werk wiedergeben.)

Tumi, der seiner Großmutter anfänglich misstraut, lernt so eine Geschichte von Entbehrungen und Gräueln kennen; dies hilft ihm dabei, sein eigenes Schicksal in die Hand zu nehmen.

Tavengerwei schlägt versöhnliche Töne an, spart aber nicht mit Kritik auf politischer und persönlicher Ebene. Dabei rutscht sie bisweilen in sprachliche Klischees ab, etwa wenn es heißt: „My hand flies to my mouth, suppressing the muffled laughter that threatens to ripple out of me.” Aber das kennen wir ja: das Vergröberte in der Jugendliteratur. Desungeachtet: lesenswert!

pp. 365 | 5./6. Klasse

Meta-Daten

Sprache
Deutsch
Anbieter
Education Group
Veröffentlicht am
01.11.2020
Link
https://www.schule.at/portale/rezensionen/detail/the-colours-that-blind.html
Kostenpflichtig
nein