Vom Lesenlernen zum Lesenkönnen. Ohne Lesetraining kein Lesespaß. (19/20)

Lesen macht nur Spaß, wenn die Lesetechnik problemlos beherrscht wird und sich die SchülerInnen nicht von Wort zu Wort und von Satz zu Satz kämpfen müssen. Neben anderen Maßnahmen zur Förderung der Lesekompetenz ist also gezieltes Trainieren und Üben zum Aufbau der Lesegeläufigkeit angesagt.

Erst wenn die Lesetechnik automatisiert ist, kann sich auch längerfristig Lesemotivation und Lesespaß einstellen.

Hermann Pitzer von Buch.Zeit schlägt hier als konkrete Trainingsmaßnahme z.B. lautes Lesen mit Wiederholung vor:

Das Kind soll einen Text, den es sich selbst ausgesucht hat, laut vorlesen. Je nach Lesekompetenz des Kindes, machen Sie für den Text eine bestimmte Zeitvorgabe – also wie viele Wörter pro Minute gelesen werden sollen. Außerdem sollte der Text möglichst fehlerfrei und mit entsprechender Betonung gelesen werden. Wenn das Kind den Text in der vorgegebenen Zeit möglichst fehlerfrei schafft, gibt es ein dickes Lob und Sie können zum nächsten Text gehen, der vielleicht etwas schwieriger oder/und länger ist. Sollte es den Text in der vorgegebenen Zeit nicht schaffen, muss es eben noch trainieren.

Zur Erläuterung: Das Stoppen der Zeit schafft bei entsprechenden Verbesserungen vor allem beim Kind das Gefühl, dass es vorwärts geht, dass sich der Einsatz lohnt. Die Zeit sagt dem Kind, dass es einfach besser lesen kann, wenn es einen Text in kürzerer ohne Fehler lesen kann. Fazit: Training lohnt sich! Sollten Sie merken, dass die „Zeitnehmung“ für das Kind ein Problem bedeutet, dann sollten Sie es auf jeden Fall bleiben lassen, denn dann ist dies nicht die geeignete Form der Motivation für dieses Kind. Wie bereits erwähnt spielt die Lesegeschwindigkeit beim Lesen natürlich auch eine Rolle. Kinder sollten beim stillen Lesen nicht weniger als 150 Wörter pro Minute lesen. Eine durchschnittliche Leistung sind ca. 200 Wörter pro Minute. Sehr gute Leser/innen kommen auf mehr als 250 Wörter. Beim lauten Lesen ist die Lesegeschwindigkeit natürlich etwas langsamer.

Mehr zum Thema Lesekompetenz im Impulsreferat von Hermann Pitzer im Rahmen der Projektpräsentation "Lese.Zeichen" am 12. April 2011

Bedeutung des Lesens


Der Landesschulrat OÖ setzt im Schuljahr 2011/12 ein "Lese.Zeichen": Der Schwerpunkt für dieses Jahr liegt ganz klar auf der Leseförderung. Und das mit gutem Grund: Die Leseleistung unserer Schüler lässt zu wünschen übrig. Wer nicht sinnerfassend lesen kann, hat es schwer im Leben, sowohl beruflich als auch privat. Auch die schulischen Leistungen (nicht nur in Deutsch) sind bei leseschwachen Kindern deutlich schlechter, beispielsweise werden oft Textangaben nicht verstanden.

Das Projekt "Lese.Impulse" stellt deshalb die Lesekompetenz in den Mittelpunkt der Schulentwicklung. Bei der Projektpräsentation am 12. April 2011 in der Welser Stadthalle hielt Hermann Pitzer von Buch.Zeit, ein Impulsreferat zur Bedeutung des Lesens.

Weiterführende Info

Meta-Daten

Sprache
Deutsch
Anbieter
Education Group
Veröffentlicht am
01.07.2001
Link
https://www.schule.at/portale/volksschule/monatsschwerpunkt/lesen-1/detail/19-vom-lesenlernen-zum-lesenkoennen-ohne-lesetraining-kein-lesespass.html
Kostenpflichtig
nein