Inklusion an der Laborschule Bielefeld

© Uni Bielefeld
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Susanne Thurn war langjährige Leiterin der Laborschule Bielefeld und kann auf jahrzehntelange Erfahrungen im Bereich Inklusion zurückblicken. Für sie ist die Inklusion der einzig gangbare Weg - niemand darf im Schulsystem ausgeschlossen werden.

An der PH Oberösterreich gab sie am 23. Jänner 2013 Einblicke, wie eine inklusive Schule funktionieren kann, welche Problemstellungen und Herausforderungen auf Eltern, Lehrkräfte und Schüler zukommen und wie sich gelungene Inklusion auf alle Beteiligten positiv auswirken kann. Wir haben den Vortrag über die Arbeit an der Laborschule Bielefeld und die anschließende Fragerunde für Sie aufgezeichnet und zudem Susanne Thurn im Interview noch über das Thema befragt.

Thurn: Auf dem Weg zu einer inklusiven Schule


Susanne Thurn hatte in der Laborschule Bielefeld (Nordrhein-Westfalen) die Aufgabe, neue Lehr- und Lernmethoden und neue Formen des Zusammensein zu entwickeln. Die Schule wurde 1974 nach den Vorstellungen des Pädagogen Hartmut von Hentig entwickelt. Die Laborschule versucht die gesellschaftlichen Schichten realitätsnahe abzubilden. Um "eine Schule für alle" zu schaffen, bedarf es einem längeren Prozess, der sowohl Schüler, Lehrkräfte als auch Eltern fordert.

Publikumsfragen zur inklusiven Schule


Nach den Ausführungen von Susanne Thurn hatten die zahlreich erschienen Besucher die Möglichkeit Fragen zu stellen. Beispielsweise, ob es auch Quereinsteiger unter den Schülern gibt. Dies ist durchaus möglich, sofern ein Platz frei wird, jedoch nicht ganz einfach für den Schüler: "Die haben es am Anfang schwierig, die finden das hoch ungerecht, wie das hier zugeht. "Wieso werde ich angemacht, ich habe auch eine halbe Seite geschrieben und der wird gelobt, da stimmt doch was nicht"", erzählt die Pädagogin aus ihrem Schulalltag.

Susanne Thurn im Interview


Im kurzen Interview erzählt uns Susanne Thurn, dass alle Beteiligten von einer inklusiven Schule profitieren. Sowohl jene Schüler mit Förderbedarf als auch sehr begabte Schüler. Mit zehn Prozent an Kindern mit Förderbedarf sieht Thurn die Obergrenze, "mehr dürfen es nicht sein". Auf die Frage, ob diese Art der Schulautonomie, die sie in Bielefeld genießen durfte, für alle Schulen gut sein könnte, bejahte Thurn grundsätzlich, schränkte aber ein, dass die Schule jedoch gegenüber der Gesellschaft rechenschaftspflichtig sei.

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