Englisch in der Volksschule von seiner Beliebigkeit befreien? Yes we can!

(c) shironosov/iStock/Getty Images Plus
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Mit dem Modell „Grundkompetenzen Fremdsprache 2. und 4. Schulstufe“ – kurz GK2/GK4 – haben PädagogInnen und Eltern einen konkreten Kompetenzkatalog zur Hand, der Orientierung gibt, was SchülerInnen bis zum Ende der Volksschule in der verbindlichen Übung „Lebende Fremdsprache“ können sollten.

Die GK2/GK4 gelten prinzipiell für jede Sprache, die als verbindliche Übung angeboten wird. Für mehr als 98% der Volksschulkinder ist dies Englisch.

Entwickelt wurden die GK2/GK4 im Auftrag des Bildungsministeriums vor einigen Jahren von einer Fachgruppe am Österreichischen Sprachen-Kompetenz-Zentrum. Inzwischen ist das Kompetenzmodell vor allem bei FachdidaktikerInnen in der Ausbildung bekannt, aber sind die GK2/GK4 in der Schule, im Unterricht angekommen?

Initiativen von Schulbehörden wie „English 2020“ in Wien oder die Implementierung der GK2/GK4 in Kärnten sind wichtige Schritte, in denen bereits viele PädagogInnen dieses Kompetenzmodell als Orientierung bei ihrer Unterrichtsplanung und -gestaltung heranziehen.

In welchem Ausmaß können SchülerInnen Redeanlässe bewältigen? Vom inhaltsorientierten zum handlungsorientierten Sprachenlernen

Den bisherigen Englischunterricht nicht verwerfen, sondern ihn durch die Brille der Kompetenzorientierung sehen – das ist ein Zugang, den das ÖSZ in seinen Praxismaterialien zu den GK2/GK4 vermittelt: nicht mehr der Erwerb der Laute, das Erlernen eines bestimmten Wortschatzes (Vokabelwissen), die Kenntnis und Anwendung bestimmter Phrasen bzw. die Bewältigung vorgegebener Themenbereiche stehen im Mittelpunkt, sondern beurteilt wird, in welchem Ausmaß SchülerInnen in der Lage sind, Redeanlässe zu bewältigen, wie z.B. Fragen und Aussagen zu verstehen, richtig darauf zu reagieren und selbst zu formulieren (Carnevale/Felberbauer 2014).

Video Lecture zum veränderten Blick auf den kompetenzorientierten Englischunterricht in der VS

In folgender Video Lecture bieten Carla Carnevale (ÖSZ) und Andrea Kulmhofer-Bommer (BIFIE) einen Einblick in das Kompetenzmodell GK2/GK4, um GrundschulpädagogInnen für diesen veränderten Blick auf das Sprachenlernen zu interessieren. Die GK2/GK4 werden auch in einen neuen Lehrplan für die Fremdsprache in der Volksschule einbezogen.

Zu den Autorinnen:
Andrea Kulmhofer-Bommer (links im Bild) ist am Bundesinstitut für Bildungsforschung, Innovation & Entwicklung des österreichischen Schulwesens (BIFIE) Teamleiterin für Fachdidaktik Englisch.
Carla Carnevale
(rechts im Bild) leitet am Österreichischen Sprachen-Kompetenz-Zentrum (ÖSZ) Entwicklungsprojekte für einen kompetenzorientierten Sprachenunterricht.