Mit dem Handy zahlen – Vorsicht vor Kostenfallen!

© studiodr/iStock/Thinkstock
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Mobiles Bezahlen, also ein Abbuchen über die Handyrechnung, soll das Einkaufen noch komfortabler und einfacher machen. Aber die Zahlmethode bringt auch einige Risiken mit sich und schnell können ungewollte In-App-Käufe getätigt werden.

Kosten für digitale Medien (Jugend-Medien-Studie 2017)

Etwa € 95,- geben oö. Haushalte mit Kindern zwischen 11 und 18 Jahren für digitale Medien pro Monat aus. Dazu zählen laufende Kosten für Handy/Smartphone, für Internet und TV (Oö. Jugend-Medien-Studie 2017).

Diese Kosten können aber bei Bezahlungen über die Handyrechnung schnell steigen. Mittels "Carrier Billing" können in App-Stores wie Google Play kostenpflichtige Apps oder auch In-App-Käufe über die Handyrechnung bezahlt werden. Die Kosten werden bei der nächsten Monatsrechnung beglichen oder vom aufgeladenen Handy-Guthaben abgezogen.

Kostenfalle für Kinder

Gerade für Kinder ist es schwierig, in Handyspielen die In-App-Käufe zu erkennen und zu vermeiden, da sie oft schlecht bis gar nicht gekennzeichnet sind. Wer glaubt, sein Handy ist sicher und kann problemlos von Kindern genutzt werden, weil ohnehin keine Bankdaten hinterlegt sind, kann bei Bezahlung über Handyrechnung eine böse Überraschung erleben. Mit wenigen Klicks sind die In-App-Käufe auch ohne Kreditkartendaten getätigt und die Kosten scheinen erst bei der Handyrechnung auf.

Unerwünschte Käufe vermeiden

Tipp von Saferinternet.at: Jugendschutzsperre aktivieren

Loggen Sie sich mit Ihrem Konto auf der Website Ihres Netzanbieters (3, A1, T-Mobile, etc.) ein, um die Jugendschutzsperre zu aktivieren und die Mehrwertdienste von Drittanbietern zu sperren. So können In-App-Käufe nicht mehr ohne Ihre Zustimmung getätigt werden. Alternativ können Sie auch in ein entsprechendes Vertragsgeschäft gehen oder die Hotline kontaktieren und einen Servicemitarbeiter die Sperre einrichten lassen.

Handy als Schuldenfalle

In-App-Käufe können auch bewusst genutzt werden, um sich beim Spielen einen Vorteil zu verschaffen. Dabei kann es passieren, dass nur noch ein erfolgreicher Spielverlauf im Vordergrund steht und der Überblick über die bereits getätigten Kosten verloren geht. Saferinternet.at rät, junge Spieler aufmerksam zu begleiten, damit exzessives Spielen und Kostenfallen rechtzeitig erkannt werden. Dazu zählen:

  • Spielzeit begrenzen
  • Verhaltensregeln z.B. bezüglich In-App-Käufe festlegen
  • Voreinstellungen an den Geräten vornehmen (z.B. Jugendschutzsperre)

Neben In-App-Käufen können aber auch Abo-Fallen bei Downloads, Mehrwert-SMS etc. für Kostenfallen sorgen. Watchlist Internet hat eine Übersicht über Kostenfallen zusammengestellt und was zu tun ist, wenn man in eine Abzocke-Falle getappt ist. Außerdem finden Sie eine Übersicht an aktuellen Abzocke-Meldungen.

Watchlist Internet: Handy-Abzocke

Weiterführende Materialien:

 

Medienpaket "Jugend und Konsum"

Unterrichtsfilme und BildungsTV-Clips um das Thema "Jugend, Konsum, Schulden"

zum Medienpaket


Jugendkonsum und seine Folgen

Tagung der Schuldnerhilfe OÖ zum Thema Konsum, Einfluss der sozialen Medien und Veführungen der Online-Welt

zum Veranstaltungsrückblick


Konsumdruck - Fluch oder Segen

3. Fachtagung der Schuldnerhilfe OÖ zum Thema Konsumdruck und seine Folgen.

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