Schulstart für Gerhard Haderers Schule des Ungehorsams

Gerhard Haderer hat seine Schule des Ungehorsams am 18.11.2017 in der Linzer Tabakfabrik feierlich eröffnet. Mit dabei waren Titanic-Chefredakteur Tim Wolff, Physiker Werner Gruber und rund 500 Gäste. Haderer möchte mit seiner Schule die Diskussion über gesellschaftliche Themen in Gang bringen.

Gerhard Haderer eröffnet Schule des Ungehorsams


Am 18. November 2017 war Schulbeginn der etwas anderen Art. Gehard Haderer eröffnete in der Linzer Tabakfabrik seine Schule des Ungehorsams. Zu sehen sind zwei Ausstellungen: Ausgewählte Werke von Gerhard Haderer, die stets aktualisiert werden und die besten Cover aus mehr als 30 Jahren des Satiremagazins Titanic. Tim Wolff, Chefredakteur von Titanic, sieht Satire als Zeichen von Freiheit und als ein wichtiges gesellschaftliches Element. Gerhard Haderer verbindet mit den Machern des Magazins eine langjährige Freundschaft, daher war eine Zusammenarbeit ein logischer Schritt.

Haderer sieht seine Schule als philosophische, humanistische Denkschule, um individuelle Ideen zu gesellschaftspolitischen Themen zu zünden.

„Widerstand, der nur Lärm produziert, ist zu wenig. Lärm zu Musik zu machen erfordert Kultur, das erfordert eine Schule. Und die Schule des Ungehorsams, meine ich, soll genau das leisten. Wenn man schon seine Unzufriedenheit ausdrücken will, dann sollte man dafür eine entsprechende Sprache finden, um sich so zu formulieren, dass andere Menschen das auch verstehen und mitdenken können," so Gerhard Haderer.

Gerhard Haderer: Bitte mischt Euch ein!


Der österreichische Karikaturist Gerhard Haderer hat am 18. November 2017 seine Schule des Ungehorsams in der Linzer Tabakfabrik eröffnet. Die Schule bietet eine Plattform zwischen Kunst und Politik und soll zur Diskussion über gesellschaftlich relevante Themen anregen. „Was mich wirklich stark bewegt ist, das ist die ganz große Frage, ob die Menschen verstanden haben, dass die Demokratie in der wir leben, ein ganz dünnes Eis ist – dass sie ein Pflänzchen ist, das man immer wieder gießen muss, weil sonst wird es irgendwann austrocknen. Und diese Gefahr besteht!“, mahnt Gerhard Haderer und genau aus diesem Grund möchte er mit seiner Schule wieder die Diskussion ankurbeln und das Mitmachen und Mitreden forcieren. „Demokratie lebt davon, dass sich Menschen bewusst und mündig einbringen“, so Haderer weiter.

Im Interview erzählte uns Gerhard Haderer, wann er die Idee zur Schule des Ungehorsam hatte, wieso er das Satiremagazin Titanic mit ins Boot geholt hat und welche Frage er Tim Wolff, dem Titanic Chefredakteur schon immer fragen wollte.

Tim Wolff: Aus Satirikersicht sind die Zeiten sehr gut!


Tim Wolff ist Chefredakteur des deutschen Satiremagazins Titanic und kam am 18.11.2017 nach Linz, um mit Karikaturist Gerhard Haderer die Schule des Ungehorsams zu eröffnen. Wir haben mit ihm über Gehorsam und Ungehorsam gesprochen, was die Satire leistet und was sie alles darf und über den jüngsten Aufreger, der Baby-Hitler-Story. „Das ist dann doch immer wieder überraschend. Hitlerwitze hatten wir ja mehr als genug und Baby-Hitler ist aus meiner Sicht deutlich harmloser als der erwachsene Hitler. Aber offensichtlich kann man in Österreich, gerade wenn man aus Deutschland ruft, noch schöne Beschimpfungen hervorrufen“, so Wolff. Grundsätzlich sei für Satire alles möglich, sofern man mit den Formen und Möglichkeiten der Satire arbeitet und einen konkreten Anlass hat und auflösbar ist für humorvolle Leute. Jedenfalls sind für Wolff „aus Satirikersicht die Zeiten sehr gut, das sieht man ja in den USA, seit da dieser verrückte Trump an der Macht ist“. Beinahe betroffen hingegen macht ihn die Situation in Deutschland mit Kanzlerin Merkel, „das werden glaube ich weiterhin langweilige Zeiten“.

Werner Gruber: Es gibt zwei Dinge, die gefährlich sind im Leben


Nämlich „der Gehorsam, wenn die Leute nicht nachdenken und das genau Gegenteil, justament just the opposite is right“, so Werner Gruber über die Notwendigkeit von Gerhard Haderers Schule des Ungehorsams, einer Plattform zur Diskussion über gesellschaftlich relevanten Themen bzw. Problemstellungen. Beruflich konnte sich Gruber Ungehorsam nicht leisten: „Es gibt einen Lehrmeister, bei dem man nicht ungehorsam sein darf, das ist die Natur. Der Rest ist Konvention“, erklärt der Physiker. Im Interview sprach er mit uns zudem über aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen und, was er an Gerhard Haderer schätzt. Unser Redakteur hatte sich auf letztere Frage wohl eine ausschweifendere Antwort erwartet oder erhofft ;)

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