Toolkit zur sprachlichen Unterstützung von Flüchtlingen

©AlexMax/iStock/Thinkstock
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Sprache ist der Schlüssel zur Integration – und das quer durch alle Altersgruppen. Dies nahm der Europarat zum Anlass, im Rahmen seines Projektes „Linguistic Integration of Adult Migrants (LIAM)“ Handreichungen zu entwickeln, die Flüchtlinge beim Sprachenlernen unterstützen sollen.

Das Projekt „Linguistic Integration of Adult Migrants (LIAM)“ ist darauf ausgerichtet, zur Entwicklung einer inklusiven Sprachpolitik beizutragen. Gerade für Flüchtlinge bzw. Asylsuchende ist der Erwerb erster grundlegender und „überlebensnotwendiger“ Sprachkenntnisse eine große Herausforderung. Oftmals kommt NGOs und anderen Verbänden, die mit Freiwilligen arbeiten, hier eine wichtige Rolle zu, da – vor allem im Fall von Erwachsenen – ein Unterricht im Klassenzimmer nicht immer möglich ist.

Um diese Bemühungen zu unterstützen, wurde ein umfangreiches Toolkit erarbeitet, das in 57 Einheiten einen breiten Bogen von organisatorischen und planerischen Themen über wichtige Hintergrundinformationen bis hin zu konkreten Aktivitäten spannt. Es ist in sieben Sprachen verfügbar (Englisch, Deutsch, Französisch, Niederländisch, Griechisch, Italienisch und Türkisch) und konzentriert sich vor allem auf die sprachliche Unterstützung von Flüchtlingen – also auf Aktivitäten, die Flüchtlinge dazu anregen, mit anderen Personen zu interagieren und damit Sprachkompetenz zu erlangen.

Es gliedert sich in folgende Abschnitte:

Einführung

Ausgehend von einem Überblick über den Europarat und seine Sprachenpolitik für Flüchtlinge finden sich hier wichtige Hintergrundinformationen zu Flüchtlingen, wie z.B. häufige Herkunftsländer oder ihre rechtliche Situation. Darüber hinaus werden ethische und interkulturelle Fragen angesprochen – hier wird auch ein Einblick in einige Sprachen gegeben, die häufig von Flüchtlingen gesprochen werden. Abgerundet wird dieser Abschnitt durch Hintergrundaktivitäten und Ratschläge, wie die durch das Toolkit angestrebte sprachliche Unterstützung erfolgreich umgesetzt werden kann.

Vorbereitung und Planung

Hier finden sich einerseits praktische Tipps zur Planung und Umsetzung der Arbeit mit Flüchtlingen; andererseits wird auch zur Reflexion eingeladen, und es werden die größten Herausforderungen für Menschen, die eine neue Sprache lernen, aufgezeigt. Zusätzlich werden Materialien zur Analyse der sprachlichen Bedürfnisse der Lernenden angeboten, bevor abschließend auf die Planung konkreter Inhalte eingegangen wird.

Aktivitäten

Dieser Abschnitt beinhaltet schließlich ein breitgefächertes Portfolio an Ressourcen für die Arbeit mit erwachsenen Flüchtlingen – angefangen von Empfehlungen zum ersten Treffen und der Schaffung einer positiven Gruppendynamik über Ideen für den Aufbau eines Wortschatzes bis hin zur Reflexion des Spracherwerbs.

Das Herzstück wird durch 15 Szenarien gebildet, die bei der Planung nicht-formaler sprachlicher Aktivitäten eingesetzt werden können: Hier reicht die Bandbreite von der Wohnungssuche über das Knüpfen von Kontakten oder das Einkaufen bis hin zur Benutzung eines Handys oder der räumlichen Orientierung. In jedem Szenario finden sich Informationen zu den Zielen, den darin vorkommenden kommunikativen Situationen, den benötigten Materialien und den sprachlichen Aktivitäten. So soll eine Basis dafür gelegt werden, die Flüchtlinge mit der lokalen Gemeinschaft in Kontakt zu bringen und sie schließlich zum Anwenden ihrer erlernten Sprachkenntnisse in realen Situationen zu ermutigen.

Auch wenn diese Handreichung in erster Linie für die Arbeit mit erwachsenen Flüchtlingen gedacht ist, bietet sie durch die Vielfalt der abgedeckten Themen und die zahlreichen Querverweise zahlreiche Inhalte, die auch in verschiedensten anderen Kontexten sehr gut einsetzbar sind.  

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