Bund startet Offensive für die Elementarpädagogik

Neue Ausbildungswege ab 2026
Kern der Initiative ist der weitere Ausbau und die Diversifizierung der Ausbildungswege. Ab Herbst 2026 sollen berufsbegleitende BAfEP-Angebote flächendeckend ausgebaut werden. Sie richten sich gezielt an Erwachsene mit Matura, Studienberechtigungs- oder Berufsreifeprüfung, die sich auf einem zweiten Bildungsweg neu orientieren wollen – insbesondere auch im ländlichen Raum. Ein stärkerer Einsatz digitaler Ausbildungsformate soll dabei regionale Hürden abbauen.
Parallel dazu wird die akademische Ausbildung in der Elementarpädagogik ausgeweitet. Nach dem Start eines grundständigen Studiums an einer Fachhochschule in Wien sollen ab dem kommenden Studienjahr weitere Fachhochschulen sowie Pädagogische Hochschulen folgen. Damit eröffnet sich erstmals österreichweit auch für AHS-Maturant:innen ein direkter Studienweg in die Elementarpädagogik. Die bestehenden Ausbildungsformen sollen dadurch nicht ersetzt, sondern ergänzt werden.
Zentrale Plattform bündelt Informationen
Begleitend zur Kampagne ging die neue Website elementar-wichtig.at online. Sie bündelt Informationen zum Berufsfeld, zu Ausbildungswegen und Zugangsvoraussetzungen. Interessierte können dort anhand ihres Wohnorts, ihrer Vorbildung und ihrer Interessen passende Ausbildungsangebote finden. Ziel ist es, Orientierung zu schaffen und den Einstieg ins Berufsfeld zu erleichtern.
Kampagne mit gesellschaftlichem Anspruch
Die Kampagne startet am 9. Jänner und läuft vorerst bis Ende April, mit Schwerpunkt auf digitalen Kanälen. Die Bildsprache stellt bewusst Kinder in den Mittelpunkt und verzichtet auf klassische Kindergarten-Settings. Damit soll sichtbar gemacht werden, welche gesellschaftliche Verantwortung Elementarpädagog:innen tragen und welche Bedeutung frühkindliche Bildung für das gesamte Bildungssystem hat.
Wiederkehr betonte mehrfach, dass Bildung nicht erst in der Schule beginne. Die Elementarpädagogik sei das Fundament des Bildungssystems und verdiene mehr Anerkennung, Sichtbarkeit und langfristige Perspektiven.
Bezahlung und Unterstützung als weitere Hebel
Auch die Bezahlung bleibt ein zentrales Thema. In den vergangenen Jahren habe es zwar Annäherungen an andere pädagogische Berufsgruppen gegeben, weitere Schritte seien jedoch notwendig. Wiederkehr verwies auf die Zuständigkeit der Länder und der Sozialpartner, betonte aber, dass faire Bezahlung ein wesentlicher Faktor für Attraktivität und Anerkennung sei. Ergänzend sprach er sich für mehr Unterstützung durch Assistenzkräfte und multiprofessionelle Teams aus.
Investitionen und Ausblick
Für die Ausbildungsoffensive wurden laut Minister rund 32 Millionen Euro investiert, wodurch etwa 4.000 neue Ausbildungsplätze geschaffen wurden. Die Kampagne selbst verfügt über ein Budget von 360.000 Euro und ist die zentrale werbliche Maßnahme des Bildungsministeriums im laufenden Jahr.
Ob die Initiative langfristig mehr Menschen für den Beruf gewinnt, wird sich zeigen. Klar ist jedoch: Die Elementarpädagogik rückt damit stärker ins Zentrum bildungspolitischer Aufmerksamkeit.