Bundesheer-Experte Göd warnt vor Angriff auf Iran

Bei der Fachtagung GW aktuell analysiert Christoph Göd, Oberstleutnant des Österreichischen Bundesheers, die geopolitische Lage. Und warnte bereits vier Tage vor dem Angriff auf den Iran vor dessen Folgen. 

Von der Realität eingeholt

Es ist ein Vortrag, der schnell von der Realität eingeholt worden ist: Am 24. Februar 2026 analysiert Oberstleutnant Christoph Göd vom Österreichischen Bundesheer bei der Fachtagung GW aktuell die gegenwärtige Weltlage und spricht dabei unter anderem von einem drohenden Angriff auf den Iran. Vier Tage später greifen die USA und Israel dann tatsächlich den Iran an. Für den Unterricht an den österreichischen Schulen liefert Göds Analyse wichtige Anknüpfungspunkte, wie Lehrkräfte die geopolitischen Entwicklungen verständlich und kritisch reflektierbar machen können. 

Eine Welt im Umbruch

Unter dem Titel „Die Welt aus den Fugen“ analysiert Christoph Göd die Erosion bestehender Ordnungen, das Wiedererstarken machtpolitischer Logiken und die wachsende Unsicherheit im internationalen System. So verweist er etwa darauf, dass es derzeit kein gültiges Abkommen mehr zur Begrenzung atomarer Rüstung gibt. Auch Drohungen unter Verbündeten oder offene Machtansprüche auf fremdes Territorium zeigen, dass bisherige Gewissheiten brüchig geworden sind. 

Die Erosion der internationalen Ordnung

Göd beschreibt zunächst die Grundlagen, wie Staaten strategisch handeln und ihre Ziele erreichen - mit Soft Power (etwa Diplomatie oder Information) oder Hard Power (also Militär oder Wirtschaft). Die Vorstellung einer stabilen, regelbasierten Weltordnung weicht einer Phase strategischer Konkurrenz - eine multipolare Ordnung, deren Konflikte zunehmend konfrontativ ausgetragen werden.

Regionale Brennpunkte und globale Auswirkungen

Im weiteren Verlauf beleuchtet Göd unterschiedliche Weltregionen und deren sicherheitspolitische Dynamik, darunter die Ukraine, Grönland, den Pazifik sowie den Nahen und Mittleren Osten - insbesondere der Konflikt zwischen Israel und dem Iran. Gerade hier warnt er davor, dass militärische Aktionen einzelne Symptome, nicht aber die Ursachen der Konflikte bekämpfen. 

Einfluss auf Österreich

Die skizzierten Konflikte haben bereits jetzt Einfluss auf Österreich, schildert Göd abschließend, etwa die hybride Kriegsführung Russlands gegen die EU, unerlaubte Drohnenflüge in der Nähe von kritischer Infrastruktur oder die kognitive Kriegsführung durch Fake News und Desinformation. Dem Bundesheer komme hier eine besondere Bedeutung zum Schutz Österreichs zu. 

Konsequenzen für Unterricht

Für den Unterricht in Geographie und wirtschaftlicher Bildung bietet der Vortrag viele aktuelle Anknüpfungspunkte. Konflikte in einzelnen Regionen wirken sich auf Energieversorgung, Migration, Handelsbeziehungen oder Rohstoffmärkte aus. Die Analyse geopolitischer Entwicklungen wird so zur Grundlage für das Verständnis wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Prozesse. Dazu braucht es kritisches Denken und Kompetenzen wie Quellenkritik, Perspektivenwechsel und systemisches Denken.