Gemeinsame Forderung nach mehr SPF-Stunden

In Oberösterreich haben sich Elterninitiative, Kinder und Jugendanwaltschaft sowie alle im Landtag vertretenen Parteien mit einer gemeinsamen Forderung an den Bund gewandt. Im Zentrum steht die Finanzierung von Lehrerinnen und Lehrern für Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf. Für Schulen ist das Thema seit Jahren spürbar. Die Pressekonferenz setzt nun ein deutliches politisches Signal.

Diskrepanz zwischen Bedarf und Finanzierung

Der Anteil der Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf an Pflichtschulen liegt aktuell bei 5,6 Prozent. Der Bund rechnet jedoch seit mehr als drei Jahrzehnten mit einer Quote von 2,7 Prozent. Diese Differenz führt dazu, dass nach Angaben der Initiatoren nur rund die Hälfte der tatsächlich erforderlichen Lehrerinnenstunden finanziert wird. Der rechnerische Schlüssel entspricht damit nicht mehr der schulischen Realität.

Belastung im Schulalltag

Für viele Schulen bedeutet das, dass fehlende Lehrerinnenstunden durch Assistenzkräfte aufgefangen werden müssen. So engagiert diese arbeiten, ersetzen sie keine ausgebildeten Sonderpädagoginnen und Sonderpädagogen. Gleichzeitig arbeiten zahlreiche Lehrkräfte an der Belastungsgrenze. Steigende Suspendierungen und Mobbingfälle werden im Zusammenhang mit unzureichenden Ressourcen ebenfalls thematisiert.

Forderung nach raschem Zwischenschritt

Im aktuellen Regierungsprogramm ist eine Anhebung der Quote auf 4,5 Prozent vorgesehen. Eine Umsetzung wäre jedoch erst im Zusammenhang mit dem nächsten Finanzausgleich möglich und damit frühestens 2029 wirksam. Die Initiatoren fordern daher einen ersten Schritt bereits ab dem kommenden Schuljahr. Konkret geht es um eine Anhebung auf zumindest 3,1 Prozent, abgesichert über eine 15a-Vereinbarung zwischen Bund und Ländern, um Rechts- und Finanzierungssicherheit zu schaffen.

Politische Geschlossenheit

Bemerkenswert ist die breite Unterstützung: Bildungssprecher aller im oberösterreichischen Landtag vertretenen Parteien stehen hinter der Forderung. Bereits im Jänner 2025 wurde dazu eine einstimmige Resolution beschlossen. Für Schulen ist das ein ungewöhnlich klares Signal der Geschlossenheit. Die zentrale Botschaft lautet: Inklusion braucht verbindliche Ressourcen und darf nicht von budgetären Restgrößen abhängen.

Blick nach vorne

Ob und wann der Bund auf die Forderung reagiert, bleibt offen. Klar ist jedoch, dass das Thema sonderpädagogischer Förderbedarf nicht länger als Randfrage behandelt wird. Für Lehrkräfte geht es um konkrete Rahmenbedingungen im Unterricht, für Kinder um tatsächliche Bildungschancen. Die kommenden Monate werden zeigen, ob dem parteiübergreifenden Signal auch bundespolitische Schritte folgen.