Hitze bringt neue Regeln für Schulen

Vieles ist bereits jetzt möglich
Sportunterricht aussetzen, Schularbeiten verschieben, Unterricht verkürzen oder Pausen verlängern: Viele der nun angekündigten Maßnahmen sind an Schulen schon heute möglich. Schulleitungen können im Rahmen der Schulautonomie auf besondere Belastungen reagieren und den Schulalltag entsprechend anpassen. Der Schwerpunkt des Pakets liegt damit also vor allem auf organisatorischen und rechtlichen Änderungen. Größere Investitionen in den Hitzeschutz an Schulen sind hingegen vorerst nur in begrenztem Umfang vorgesehen.
Hitzewarnstufen als Grundlage
Künftig sollen sich Schulen an den Warnstufen der GeoSphere Austria orientieren. Je nach regionaler Hitzebelastung sollen bestimmte Maßnahmen vorgesehen werden. Dazu zählen etwa der Entfall körperlich belastender Aktivitäten, die Verschiebung schriftlicher Leistungsfeststellungen, kürzere Unterrichtseinheiten oder ein früheres Unterrichtsende. Die Entscheidungen sollen damit nicht mehr ausschließlich von einzelnen Schulen abhängen, sondern auf einem österreichweit einheitlichen Modell beruhen.
Neue rechtliche Möglichkeiten
Tatsächlich neu ist vor allem die geplante gesetzliche Verankerung. Damit sollen Schulen, Eltern und Bildungsbehörden einen klareren Rahmen erhalten. Vorgesehen ist unter anderem, dass Kinder bei entsprechender Hitzewarnung unter bestimmten Voraussetzungen zu Hause bleiben können. Für höhere Schulstufen wird auch Distance Learning als mögliche Reaktion auf extreme Temperaturen genannt.
Bauliche Maßnahmen bleiben begrenzt
Neben den rechtlichen Änderungen kündigt die Bundesregierung auch Investitionen in den Hitzeschutz an. Zunächst sollen jedoch lediglich 50 Bundesschulen baulich nachgerüstet werden. Geplant sind unter anderem Beschattung, Hitzeschutz an Fenstern, Begrünung und weitere Maßnahmen zur Kühlung. Ein flächendeckendes Programm für alle Schulstandorte wurde bislang nicht angekündigt.
Gesetz soll bis zum nächsten Sommer stehen
Die gesetzlichen Grundlagen sollen nun gemeinsam mit den Ländern und Schulpartnern ausgearbeitet werden. Ziel ist es, die neuen Regelungen bis zum kommenden Sommer umzusetzen.