iKMPLUS: Ergebnisse der Volksschulen im Überblick

Wie gut erreichen Kinder am Ende der Volksschule die Bildungsstandards? Der neue Bundesergebnisbericht zur individuellen Kompetenzmessung PLUS gibt darauf erstmals eine bundesweite Antwort. Die Daten zeigen insgesamt stabile beziehungsweise leicht verbesserte Leistungen. Gleichzeitig bleibt der Zusammenhang zwischen sozialer Ausgangslage und Bildungserfolg deutlich sichtbar.

Was die iKMPLUS misst

Die individuelle Kompetenzmessung PLUS wird seit dem Schuljahr 2022/23 durchgeführt und ersetzt die früheren Bildungsstandardüberprüfungen. Sie erhebt jährlich grundlegende Kompetenzen von Schülerinnen und Schülern in der dritten und vierten Schulstufe.

Gemessen werden Leistungen in Mathematik sowie in drei Kompetenzbereichen im Fach Deutsch: Lesen, Zuhören und das Verfassen von Texten. Schulen erhalten ihre Ergebnisse unmittelbar nach der Durchführung der Tests. Damit können Lehrkräfte die Daten für Diagnose, individuelle Förderung und Unterrichtsentwicklung nutzen.

Der nun veröffentlichte Bundesergebnisbericht fasst erstmals die Ergebnisse aus drei Schuljahren zusammen. Grundlage sind die Erhebungen der vierten Schulstufe aus den Schuljahren 2022/23, 2023/24 und 2024/25. Dadurch wird eine bundesweite Perspektive auf die Entwicklung der Grundkompetenzen am Ende der Volksschule möglich.

Mathematik mit klar positiver Entwicklung

Besonders positiv fallen die Ergebnisse in Mathematik aus. Insgesamt erreichen oder übertreffen 84 Prozent der Schülerinnen und Schüler die Bildungsstandards.

Im Vergleich zu früheren Bildungsstandardüberprüfungen zeigt sich damit ein langfristiger Aufwärtstrend. Während im Jahr 2010 noch 66 Prozent der Kinder die Standards in Mathematik erreichten, lag der Anteil 2013 bei 77 Prozent und 2018 bereits bei 82 Prozent. Die aktuellen Daten bestätigen diese Entwicklung.

Auch die durchschnittlichen Kompetenzwerte haben sich verbessert beziehungsweise stabilisiert. Der aktuelle Mittelwert liegt bei rund 500 Punkten und damit deutlich über den Vergleichswerten früherer Erhebungen.

Deutsch: stabile Ergebnisse mit Aufholbedarf

In den Deutschkompetenzen zeigt sich ein differenzierteres Bild. Beim Lesen erreichen oder übertreffen 59 Prozent der Schülerinnen und Schüler die Bildungsstandards. Beim Zuhören liegt der Anteil bei 65 Prozent.

Deutlich niedriger fällt der Anteil im Bereich der Textproduktion aus. Beim Verfassen von Texten erreichen oder übertreffen 43 Prozent der Kinder die Bildungsstandards. Gegenüber früheren Vergleichswerten zeigt sich jedoch auch hier eine leichte Verbesserung.

Insgesamt bleibt das Lesen eine zentrale Herausforderung im österreichischen Bildungssystem. Während sich die Mathematikleistungen über mehrere Erhebungen hinweg klar verbessern, zeigen sich im Fach Deutsch eher stabile Entwicklungen.

Soziale Ausgangslage beeinflusst Bildungserfolg

Der Bericht bestätigt erneut den engen Zusammenhang zwischen sozialer Ausgangslage und schulischen Leistungen. Für die Analyse werden Schulen nach ihrer sozioökonomischen Ausgangslage in sechs Kategorien eingeteilt. Dabei fließen unter anderem Bildungsstand der Eltern, wirtschaftliche Situation und sprachlicher Hintergrund ein.

Die Unterschiede sind deutlich. In Schulen mit der höchsten sozioökonomischen Ausgangslage erreichen oder übertreffen 91 Prozent der Schülerinnen und Schüler die Bildungsstandards in Mathematik und 70 Prozent im Lesen. In Schulen mit der niedrigsten Ausgangslage sind es dagegen nur 61 Prozent in Mathematik und 26 Prozent im Lesen.

Der Leistungsunterschied zwischen Schulen der niedrigsten und höchsten Kategorie entspricht in Mathematik etwa 15 Lernmonaten und im Lesen sogar rund 22 Lernmonaten. Gleichzeitig zeigt der Bericht auch, dass einzelne Schulen trotz schwieriger Ausgangslage besonders gute Ergebnisse erzielen.

Bundesländer und Städte im Vergleich

Im Bundesländervergleich zeigen sich insgesamt moderate Unterschiede. In Mathematik unterscheiden sich sechs der neun Bundesländer statistisch nicht wesentlich vom österreichischen Durchschnitt.

Besonders gute Ergebnisse erzielt das Burgenland. Dort erreichen oder übertreffen 91 Prozent der Schülerinnen und Schüler die Bildungsstandards in Mathematik und 71 Prozent im Lesen. Die niedrigsten Werte zeigt Wien mit 77 Prozent in Mathematik und 48 Prozent im Lesen.

Auch bei größeren Städten zeigen sich Unterschiede. Während einige Städte im oder über dem Durchschnitt ihres Bundeslandes liegen, erreichen andere deutlich niedrigere Mittelwerte. In Mathematik zählen etwa Linz, Innsbruck, Wels oder Steyr zu jenen Städten, deren Ergebnisse unter dem jeweiligen Bundeslandmittel liegen.

Blick nach vorne

Der Bundesergebnisbericht versteht sich nicht nur als statistische Bestandsaufnahme, sondern auch als Grundlage für weitere Maßnahmen in der Schulentwicklung. Ziel ist es, die vorhandenen Daten stärker für diagnosebasierte Förderung und gezielte Unterstützung von Schulen zu nutzen.

Besonderes Augenmerk liegt dabei auf Schulen mit schwieriger sozialer Ausgangslage. Programme wie zusätzliche Deutschförderung oder der geplante Chancenbonus sollen künftig dazu beitragen, Bildungsungleichheiten zu verringern und allen Schülerinnen und Schülern den Erwerb grundlegender Kompetenzen zu ermöglichen.

 

Bundesergebnisbericht iKMplus Primarstufe