KI-Chatbots im Alltag Jugendlicher

Künstliche Intelligenz ist für Jugendliche längst Teil des Alltags. Eine aktuelle Studie von Saferinternet.at zeigt, wie selbstverständlich KI-Chatbots genutzt werden – für Schule, für Informationen und zunehmend auch für persönliche Themen. Gleichzeitig werden Risiken oft unterschätzt. Am morgigen Safer Internet Day rückt genau dieser verantwortungsvolle Umgang mit KI in den Mittelpunkt.

Fast alle Jugendlichen nutzen KI-Chatbots

Die Studie „KI-Chatbots als Alltagsbegleiter für Jugendliche“, durchgeführt im Herbst 2025 unter 500 Jugendlichen im Alter von 11 bis 17 Jahren in Österreich, zeigt eine sehr hohe Verbreitung: 94 Prozent der Befragten haben bereits KI-Chatbots wie ChatGPT, Gemini oder My AI genutzt. ChatGPT ist mit rund 90 Prozent klar die meistverwendete Anwendung. Knapp ein Viertel der Jugendlichen nutzt ChatGPT täglich, mehr als 40 Prozent zumindest mehrmals pro Woche. Ältere Jugendliche sowie weibliche Jugendliche greifen insgesamt häufiger auf KI-Chatbots zurück als jüngere bzw. männliche Altersgruppen.

Schule ist wichtigster Einsatzbereich

Am häufigsten werden KI-Chatbots im schulischen Kontext genutzt. 73 Prozent der Jugendlichen verwenden KI für Schule und Hausaufgaben. Weitere zentrale Anwendungsbereiche sind das Suchen und Zusammenfassen von Informationen mit 47 Prozent sowie das Erklären von Lerninhalten mit 34 Prozent. Auch das Formulieren von Texten oder das Lösen von Rechenaufgaben spielt eine relevante Rolle. Die Ergebnisse zeigen deutlich, dass KI für viele Jugendliche ein selbstverständliches Lernwerkzeug geworden ist, das sie regelmäßig im Schulalltag unterstützt.

KI als Ratgeber und Gesprächspartner

Neben der schulischen Nutzung spielt KI auch im privaten Alltag eine zunehmend wichtige Rolle. Mehr als die Hälfte der Jugendlichen nutzt KI-Chatbots, um Ratschläge für unterschiedliche Lebensbereiche einzuholen. Rund 30 Prozent geben an, mit KI über Sorgen, Probleme oder Gefühle zu sprechen. Weitere Motive sind Stressabbau, Unterhaltung oder freundschaftliche Gespräche. Vier von zehn Jugendlichen empfinden es als hilfreicher, eine KI zu fragen als einen Menschen. Gründe dafür sind vor allem die ständige Verfügbarkeit, die als unkompliziert empfundene Nutzung und die Zeitersparnis.

Hohes Vertrauen, geringes Risikobewusstsein

Die Studie zeigt ein hohes Vertrauen in KI-Chatbots. 52 Prozent der Jugendlichen vertrauen darauf, dass KI-Tools wie ChatGPT richtige Antworten liefern. Gleichzeitig überprüfen rund 40 Prozent die Ergebnisse selten oder nie. Besonders kritisch ist der Umgang mit persönlichen Daten: 28 Prozent der Jugendlichen glauben, dass Eingaben in KI-Chatbots vertraulich sind und nicht weiterverwendet werden. Fast jede fünfte befragte Person hat sich bei einer Antwort der KI bereits unwohl gefühlt. Diese Ergebnisse machen deutlich, dass das Risikobewusstsein im Umgang mit KI oft noch gering ist.

Wunsch nach Orientierung und Bildung

Viele Jugendliche sehen selbst einen klaren Handlungsbedarf. Mehr als die Hälfte möchte besser verstehen, wie KI funktioniert. Knapp die Hälfte gibt an, bisher noch nie erklärt bekommen zu haben, wie KI-Systeme arbeiten. Zwei Drittel der Jugendlichen sehen die Schule als wichtigsten Ort, um den verantwortungsvollen Umgang mit künstlicher Intelligenz zu lernen. Gleichzeitig spricht sich eine knappe Mehrheit für Altersgrenzen bei KI-Chatbots aus, wobei 14 Jahre als sinnvolle Grenze genannt werden. Der Umgang mit KI soll aus Sicht vieler Jugendlicher jedoch bereits ab dem Ende der Volksschule erlernt werden.

Safer Internet Day rückt KI in den Fokus

Der Safer Internet Day findet morgen, am 10. Februar, statt und wird weltweit in über 180 Ländern begangen. In Österreich steht heuer das Thema KI-Chatbots als Alltagsbegleiter für Jugendliche im Mittelpunkt. Ziel ist es, Chancen und Risiken von KI sichtbar zu machen und die Bedeutung von Medienkompetenz, kritischem Denken und verantwortungsvoller Nutzung zu stärken. Die Ergebnisse der Studie unterstreichen, wie wichtig es ist, Kinder und Jugendliche dabei aktiv zu begleiten.

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