Kindergarten: weiter Ringen um bundesweite Standards

Bund, Länder und Gemeinden verhandeln im Rahmen einer umfassenden Verwaltungsreform über einheitliche Mindeststandards im Kindergarten. Ziel ist es, Qualität und Vergleichbarkeit in der Elementarpädagogik österreichweit zu stärken. Laut Bildungsminister Christoph Wiederkehr gibt es in zentralen Fragen bereits Annäherungen, zugleich sei jedoch noch ein weiter Weg zu gehen. Die Arbeitsgruppe Elementarpädagogik soll bis Ende 2026 konkrete Ergebnisse vorlegen.

Neuer Bildungsrahmenplan geplant

Im Zentrum steht die Überarbeitung des Bildungsrahmenplans, der zuletzt 2009 veröffentlicht wurde. Die Neufassung ist für Herbst 2026 angekündigt. Künftig sollen die darin enthaltenen pädagogischen Leitlinien bundesweit verbindlich als Mindeststandards gelten. Vorgesehen sind außerdem eine einheitliche Datenerhebung sowie Maßnahmen zur Qualitätssicherung, um Bildungsprozesse transparenter und vergleichbarer zu machen.

Unterschiedliche Regelungen in den Ländern

Derzeit legen die Bundesländer zentrale Rahmenbedingungen wie Gruppengröße, Betreuungsschlüssel und Qualifikation des Personals eigenständig fest. Dadurch bestehen teils deutliche Unterschiede zwischen den Ländern. Frühere Anläufe für bundesweit verbindliche Standards scheiterten am Widerstand der Länder, unter anderem wegen des zusätzlichen Personal- und Infrastrukturbedarfs, der mit kleineren Gruppen verbunden wäre. In der aktuellen 15a-Vereinbarung bekennen sich die Länder lediglich zu möglichst einheitlichen Standards bei der Qualifikation des Personals und bei pädagogischen Grundlagendokumenten.

Bundesgesetz als Zielsetzung

Im Rahmen der Reformpartnerschaft strebt das Bildungsministerium an, Mindeststandards künftig bundesgesetzlich zu verankern. Ziel ist es, vergleichbare Bildungsqualität von Vorarlberg bis ins Burgenland sicherzustellen. Gleichzeitig betonen Vertreter der Gemeinden, dass bei Organisation und Ausgestaltung weiterhin Spielraum für regionale Bedürfnisse sowie finanzielle Möglichkeiten bleiben müsse.

Ausbildung, Übergang und Sprachförderung

Die Arbeitsgruppe befasst sich zudem mit einheitlichen Standards in der Ausbildung des pädagogischen Personals von der Leitung bis zur Assistenz. Auch der Übergang vom Kindergarten in die Volksschule soll durch vereinfachte Datenweitergabe und eine stärkere Einbindung des Kindergartenpersonals verbessert werden. Darüber hinaus wird an den Rahmenbedingungen für ein zweites verpflichtendes Kindergartenjahr gearbeitet, das im Regierungsprogramm angekündigt ist. Die Sprachförderung im Kindergarten bleibt ebenfalls ein zentraler Schwerpunkt der Reformgespräche.

Quelle: APA Science