Lehrer-Zeitkonto wird seltener relevant

Das Zeitkonto für Lehrkräfte sorgt derzeit für mehr Freistellungen und Auszahlungen. Betroffen ist allerdings nur noch ein Teil der Lehrpersonen, weil das Modell für neue Lehrkräfte im pädagogischen Dienst nicht mehr gilt.

Mehr Freistellungen aus Zeitguthaben

Seit dem Schuljahr 2009/10 können Lehrkräfte im alten Dienstrecht Überstunden auf ein Zeitkonto übertragen. Statt einer sofortigen Auszahlung wird die zusätzliche Arbeitszeit angespart und kann später in Form von Freizeit oder einer Auszahlung genutzt werden.

Zuletzt ist die Nutzung des Modells wieder gestiegen. Laut Bildungsministerium nahmen im laufenden Schuljahr an den Bundesschulen 402 Lehrkräfte eine Freistellung über ihr Zeitkonto in Anspruch. Auch bei den Pflichtschulen wurden mehr konsumierte Zeitguthaben registriert.

System nur mehr für ältere Dienstrechte

Das Zeitkonto gilt allerdings nur für Lehrkräfte in älteren Dienstrechtsmodellen. Für neu eintretende Pädagogen im pädagogischen Dienst ist dieses Modell nicht mehr vorgesehen.

Dadurch verändert sich die Zusammensetzung automatisch: Mit Pensionierungen älterer Lehrkräfte sinkt langfristig auch die Zahl jener Personen, die überhaupt noch Zeitguthaben ansparen können. Das Zeitkonto wird damit Schritt für Schritt zu einem auslaufenden Modell im österreichischen Schulsystem.

Keine große Zusatzbelastung erwartet

Der oberste Lehrergewerkschafter Paul Kimberger sieht durch die aktuellen Freistellungen keine wesentliche Verschärfung des Lehrermangels. Gegenüber der APA verwies er darauf, dass das österreichische Schulsystem mit rund 128.000 Lehrkräften ein sehr großer Bereich sei.

Freistellungen aus dem Zeitkonto würden zudem nicht automatisch bewilligt. Schulen und Bildungsdirektionen müssten weiterhin sicherstellen, dass der Unterrichtsbetrieb aufrechterhalten werden kann.

Quelle: APA Science