Lehrkräftesuche in OÖ läuft weiter

22.900 Stunden ausgeschrieben
Für das kommende Schuljahr wurden in Oberösterreich insgesamt 22.900 Unterrichtsstunden ausgeschrieben. Mit Stand 22. Juli waren davon 50 Prozent fix oder vorläufig zugewiesen. Rechnerisch waren zu diesem Zeitpunkt damit rund 11.450 Stunden noch nicht zugeteilt beziehungsweise Gegenstand laufender Besetzungsverfahren.
Österreichweit waren zum selben Zeitpunkt bereits rund zwei Drittel der ausgeschriebenen Stunden vergeben. Oberösterreich liegt damit im Bundesländervergleich im hinteren Feld. Einen niedrigeren Zuweisungsgrad gab es lediglich in Vorarlberg, wo 43 Prozent von 12.700 ausgeschriebenen Stunden vergeben waren.
Zwischenstand statt Endergebnis
Die Zahlen bilden allerdings einen Zwischenstand der laufenden Personalplanung ab. Wie die Bildungsdirektion Oberösterreich gegenüber schule.at erklärt, ist die Besetzung der Stellen zu diesem Zeitpunkt noch keineswegs abgeschlossen. Auch in den letzten Wochen und Tagen der Sommerferien werden regelmäßig noch Dienstverhältnisse fixiert.
Ein vergleichsweise niedriger Zuweisungsgrad mehrere Wochen vor Schulbeginn lässt sich daher nicht unmittelbar auf die tatsächliche Personalsituation zum ersten Schultag übertragen. Die Bildungsdirektion zeigt sich zuversichtlich, die noch offenen Bedarfe in den kommenden Wochen weitgehend abdecken zu können. Auch in früheren Jahren waren zu diesem Zeitpunkt noch zahlreiche Personalentscheidungen ausständig.
Große Unterschiede zwischen den Ländern
Auffällig bleiben dennoch die erheblichen Unterschiede zwischen den Bundesländern. Niederösterreich hatte bei einem ähnlich großen Ausschreibungsvolumen von 20.700 Stunden bereits 77 Prozent zugewiesen. In Salzburg waren es 75 Prozent von 7.700 Stunden und in Tirol 80 Prozent von 13.700 Stunden.
Noch höher lagen Kärnten mit 83 Prozent von 6.200 Stunden und die Steiermark mit 85 Prozent von 10.100 Stunden. Wien hatte von insgesamt 35.000 ausgeschriebenen Stunden 66 Prozent vergeben, das Burgenland von 3.700 Stunden 60 Prozent. Bei den direkt vom Bildungsministerium verwalteten Zentrallehranstalten und Praxisschulen lag der Wert bei 86 Prozent.
Mehr Bedarf, aber auch mehr Bewerbungen
Österreichweit ist die Zahl der ausgeschriebenen Unterrichtsstunden seit der Hauptausschreibung Ende April von rund 96.900 auf knapp 136.300 gestiegen. Zusätzlicher Bedarf entsteht unter anderem durch Karenzen, Krankenstände und kurzfristige Versetzungen.
Den ausgeschriebenen Stunden stehen mittlerweile rund 18.400 Bewerbende gegenüber. Im Frühjahr waren es noch 12.900. Wie schwierig eine Stelle zu besetzen ist, unterscheidet sich allerdings erheblich nach Region, Schulart und Unterrichtsfach. Während für manche Ausschreibungen mehrere Bewerbungen eingehen, gibt es für andere nur wenige oder gar keine Interessierten.
Entscheidend ist der Schulbeginn
Wie angespannt die Personalsituation tatsächlich ist, wird sich daher erst wesentlich näher am Schulbeginn beurteilen lassen. Auch in den vergangenen Jahren waren die Besetzungsverfahren während der Sommerferien noch in Bewegung. Österreichweit blieben zuletzt im September zwischen 100 und knapp 300 Stellen tatsächlich offen.
Wo keine geeigneten Lehrkräfte gefunden werden, greifen Schulen zudem auf Mehrdienstleistungen, Lehramtsstudierende, Quereinsteigende oder Personal mit Sonderverträgen zurück. Allein die Mehrdienstleistungen bestehender Lehrkräfte entsprachen im Schuljahr 2023/24 österreichweit rund 7.000 Vollzeitstellen.