Lesepaten-Programm wird ausgebaut

Grundkompetenz mit deutlichen Defiziten
Lesen zählt zu den zentralen Grundkompetenzen – gleichzeitig zeigen aktuelle Erhebungen deutliche Defizite. Am Ende der Volksschule erreichen rund 40 Prozent der Schülerinnen und Schüler die Bildungsstandards im Lesen nicht, bei den 15-Jährigen weist ebenfalls ein beträchtlicher Teil Schwierigkeiten auf. Das Bildungsministerium will deshalb die Leseförderung verstärken.
Mehr Geld für Lesepaten
Mehr als 4.600 Freiwillige – von Studierenden bis zu Pensionistinnen und Pensionisten – kommen bereits regelmäßig in Schulen, Bibliotheken und andere Bildungseinrichtungen. Sie sollen Kindern zusätzliche individuelle Lesezeit ermöglichen und damit Leseflüssigkeit, Leseverständnis und Motivation fördern.
Nun werden die Fördermittel für Organisationen, die Lesepatinnen und Lesepaten ausbilden, begleiten und vernetzen, um 120.000 Euro erhöht. Das Bildungsministerium spricht von einer Grundlage für eine qualitativ hochwertige und möglichst flächendeckende Leseförderung.
Lesen soll Aufgabe aller Fächer sein
Bildungsminister Christoph Wiederkehr sieht die Stärkung der Grundkompetenzen als einen Schwerpunkt der Bundesregierung. Leseförderung soll dabei nicht auf den Deutschunterricht beschränkt bleiben, sondern fächerübergreifend stattfinden. Ziel sei, dass Kinder und Jugendliche unabhängig von Herkunft und Familiensprache flüssig und sinnerfassend lesen können.
Neben dem Lesepaten-Programm sollen deshalb auch das Lesegütesiegel für Schulen, Fortbildungsangebote für Lehrkräfte sowie spezielle Unterrichtsmaterialien ausgebaut werden.
Tägliche Lesezeit geplant
Eine weitere Maßnahme könnte künftig direkt den Schulalltag verändern: Wiederkehr hat die Einführung einer täglichen Leseeinheit angekündigt. Nach dem Vorbild des sogenannten „Lesebands“ in Deutschland soll unabhängig vom jeweiligen Unterrichtsfach täglich eine fixe Zeit für gezieltes Lesetraining reserviert werden. Wie diese Lesezeit konkret organisiert werden soll, ist allerdings noch offen. Details will das Bildungsministerium bis Ende des Jahres vorlegen.