Maßnahmen zur Erleichterung des Schulbetriebs

Die Schulen waren in den vergangenen Monaten durch die Coronapandemie stark gefordert, zuletzt kam mit der Integration von ukrainischen Flüchtlingskindern eine neue Zusatzaufgabe dazu. Bildungsminister Martin Polaschek (ÖVP) hat sich deshalb nun mit den Spitzen der Lehrergewerkschaft darauf verständigt, zur Entlastung der Lehrerinnen und Lehrer "nicht unbedingt erforderliche Aufgaben an den Schulen auszusetzen bzw. zu verschieben".

Lehrerin erklärt an der Tafel
Nach Ostern soll es zu einer spürbaren Entlastung an den Schulen kommen.

"Die Belastungsgrenzen sind mehr als erreicht, manchmal sogar bereits überschritten", heißt es in einem gemeinsamen Schreiben an die Schulleitungen. Mit den nun gesetzten Maßnahmen will man "schrittweise die Schulen wieder in Ruhe arbeiten lassen".

Reduktion auf notwendiges Maß

Konkret soll die für das Schuljahr 2021/22 verpflichtend vorgesehene interne Evaluation und Feedback im Rahmen des "Qualitätsmanagement für Schulen" ausgesetzt werden, Dienstbesprechungen der Schulleitungen mit Bildungsdirektion und Pädagogischen Hochschulen sollen auf ein absolut notwendiges Maß reduziert werden. Bei Erhebungen sollen sich Bildungsministerium und -direktionen absprechen, um Doppelgleisigkeiten zu vermeiden "und vor allem nicht unbedingt erforderliche Maßnahmen zu stoppen". Außerdem soll eine geplante umfangreiche Erhebung des Europäischen Rechnungshofs an allen Schulen zum Thema Digitalisierung ausgesetzt werden.

Ebenfalls ausgesetzt wird ein Pilotprojekt, in dem neue Instrumente für die MIKA-D-Erhebung (Einstufungstest für die Deutschförderklassen) erprobt werden sollten. Das Projekt wird auf das nächste Jahr verschoben. Außerdem sollen die Schulen mehr Zeit für die individuellen Kompetenzmessung PLUS (iKM PLUS) bekommen. Bei diesem Nachfolger der Bildungsstandard-Tests sollten zwischen 20. April und 10. Mai bei allen Schülerinnen und Schülern der dritten Klasse Volksschule die Kompetenzen in Deutsch und Mathematik erhoben werden. Nun wird der Testzeitraum um zwei Wochen bis zum 25. Mai verlängert.

Warnung vor Überforderung

Schon im vergangenen Herbst hatten der damalige Ressortchef Heinz Faßmann (ÖVP) und die Lehrervertretung angesichts der vielen Zusatzaufgaben im Corona-Management eine Entlastung der Lehrer in Aussicht gestellt. Angekündigt wurden weniger Erhebungen, Rundschreiben und Erlässe sowie eine neue Servicestelle. Zuletzt hat allerdings der oberste Wiener Pflichtschullehrervertreter, Thomas Krebs (FCG), erneut vor einer Überforderung der Schulen gewarnt und "Boykottmaßnahmen" in den Raum gestellt. "Wir Lehrer*innen können nicht mehr!", hatten am Freitag auch die Unabhängigen Lehrergewerkschafter von der ÖLI-UG gewarnt.

Geht es nach Polaschek und den Lehrergewerkschaftern, ist mit dem nun vorgelegten Maßnahmenbündel sichergestellt, dass es nach Ostern zu einer spürbaren Entlastung an den Schulen kommt.

Quelle: APA Science