Mehr qualifizierte Lehrkräfte als Ziel

Der Anteil qualifizierter Lehrkräfte an Österreichs Schulen soll in den kommenden Jahren deutlich steigen. Bildungsminister Christoph Wiederkehr hat in der neuen Human-Resources-Strategie des Bildungsministeriums das Ziel formuliert, den Anteil von ausgebildeten Pädagoginnen und Pädagogen sowie zertifizierten Quereinsteigenden bei Neuanstellungen bis 2030 auf 80 Prozent anzuheben. Derzeit liegt dieser Wert bei etwas mehr als der Hälfte.

Derzeit viele Lehrkräfte noch in Ausbildung

Im laufenden Schuljahr haben 44 Prozent der neu eingestellten Lehrkräfte bereits einen Bachelorabschluss im Lehramtsstudium. Weitere zwölf Prozent sind zertifizierte Quereinsteigende mit fachlich passender Ausbildung und Berufserfahrung. Gleichzeitig wird aber weiterhin ein großer Teil der offenen Stellen mit Lehramtsstudierenden oder anderen Personen ohne vollständige pädagogische Qualifikation besetzt.

Bachelor als künftige Mindestvoraussetzung

Vor allem an Volks- und Mittelschulen wurden in den vergangenen Jahren viele Lehramtsstudierende bereits während ihrer Ausbildung angestellt. Künftig soll der Einstieg in den regulären Unterricht erst möglich sein, wenn zumindest der Bachelorabschluss vorliegt. Der Masterabschluss soll anschließend innerhalb von acht Jahren erfolgen.

Quereinstieg bleibt wichtiger Weg

An der Bedeutung des Quereinstiegs will das Bildungsministerium festhalten. Seit Einführung des Programms im Jahr 2022 ist der Anteil zertifizierter Quereinsteigender kontinuierlich gestiegen. Aktuell machen sie zwölf Prozent aller Neuanstellungen aus. Künftig sollen sie auch an Volksschulen eingesetzt werden können und eine wichtige Säule bei der Gewinnung neuer Lehrkräfte bleiben.

Entspannung bei der Personalsituation erwartet

Das Ministerium rechnet damit, dass sich die Lage in den kommenden Jahren verbessert. Als Gründe werden steigende Studierendenzahlen im Lehramt, die Initiative „Klasse Job“ sowie ein bevorstehendes „Superabsolventenjahr“ genannt. Durch die Verkürzung des Lehramtsstudiums werden mehrere Jahrgänge gleichzeitig abschließen und dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen.

Blick auf die kommenden Jahre

Zusätzlich erwartet das Bildungsministerium eine Entspannung durch sinkende Schülerzahlen und eine geringere Zahl an Pensionierungen. Während der Bedarf an Lehrkräften in den Volksschulen bereits zurückgeht, soll er in der Sekundarstufe ab 2028 sinken. Bis 2027 soll der Anteil qualifizierter Neuanstellungen bereits 65 Prozent erreichen. Langfristig verfolgt das Ministerium das Ziel, die Unterrichtsqualität durch mehr vollständig ausgebildete Lehrkräfte nachhaltig zu stärken.


Quelle: APA Science