Mehrheit gegen KI-Verbot an Schulen

KI-Verbot findet keine Mehrheit…
34 Prozent der Befragten in Österreich würden KI-Anwendungen wie ChatGPT an Schulen verbieten. 48 Prozent lehnen ein solches Verbot dagegen ab. Damit fällt die Zustimmung zu einem KI-Verbot hierzulande etwas geringer aus als im internationalen Durchschnitt, wo sich 39 Prozent dafür aussprechen.
Vor allem für jüngere Menschen spielt der Umgang mit neuen Technologien eine wichtige Rolle bei der Bewertung des Bildungssystems. Ein Drittel der Generation Z sieht den Umgang mit generativer KI im Unterricht als Herausforderung. 49 Prozent dieser Altersgruppe betrachten zudem einen veralteten Lehrplan als eines der zentralen Probleme.
… dafür aber das Smartphone-Verbot
Bei Smartphones fällt die Haltung deutlich restriktiver aus: 62 Prozent der Befragten in Österreich sprechen sich für ein Smartphone-Verbot an Schulen aus. International sind es 57 Prozent.
Dabei zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen den Generationen. Während nur 36 Prozent der Generation Z ein Smartphone-Verbot befürworten, sind es bei den Baby-Boomern 69 Prozent.
Noch größer ist die Zustimmung zu Einschränkungen bei sozialen Medien. 72 Prozent der Befragten in Österreich sind der Ansicht, dass Kinder unter 14 Jahren keinen Zugang zu sozialen Medien haben sollten. International liegt dieser Wert bei 73 Prozent.
Nur ein Drittel sieht Lehrplan als zukunftsorientiert
Kritisch beurteilt wird auch die Vorbereitung auf die berufliche Zukunft. Lediglich 33 Prozent halten den österreichischen Lehrplan für ausreichend zukunftsorientiert, 49 Prozent sehen hier Defizite. Im internationalen Vergleich fällt die Einschätzung deutlich positiver aus: Dort beurteilen 44 Prozent die Lehrpläne als ausreichend auf die Zukunft ausgerichtet.
Auch bei der Chancengleichheit gibt es Skepsis. 55 Prozent der Befragten in Österreich sind der Ansicht, dass das Bildungssystem nicht dazu beiträgt, soziale Ungleichheiten zu verringern.
Österreich zufriedener als Deutschland
Insgesamt sind 36 Prozent der Befragten mit dem österreichischen Bildungssystem zufrieden. Damit liegt Österreich knapp über dem internationalen Durchschnitt von 33 Prozent und deutlich vor Deutschland, wo nur 17 Prozent eine positive Bewertung abgeben.
28 Prozent der Österreicherinnen und Österreicher beurteilen das Bildungssystem negativ. In Deutschland liegt dieser Anteil bei 52 Prozent.
„Von echter Zufriedenheit kann allerdings auch hierzulande keine Rede sein“, hält Alexander Zeh, Studienautor bei Ipsos Austria, fest.
Direkter Berufseinstieg häufiger empfohlen
Bemerkenswert sind auch die Ergebnisse zur Hochschulbildung: Zwar sind 69 Prozent überzeugt, dass ein Hochschulabschluss beim beruflichen Weiterkommen hilft. Dennoch würden nur 24 Prozent jungen Erwachsenen vorrangig zu einem Studium raten. 36 Prozent empfehlen stattdessen den direkten Einstieg ins Berufsleben.
International zeigt sich ein deutlich anderes Bild: Dort würden 49 Prozent zunächst ein Studium empfehlen und lediglich 16 Prozent den direkten Berufseinstieg.