Neue Lehrpläne bringen auch neue Bezeichnungen der Unterrichtsfächer

Im Herbst 2023 bekommen die Volks- und Mittelschulen sowie AHS-Unterstufen neue Lehrpläne, die geplante Modernisierung der Fächer soll sich dabei auch in den Bezeichnungen der Unterrichtsfächer ausdrücken. Ab dem Schuljahr 2023/24 wird deshalb nicht mehr etwa Musikerziehung, Bildnerische Erziehung oder Technisches und Textiles Werken unterrichtet, sondern Musik, Kunst und Gestaltung sowie Technik und Werken. Die neuen Lehrpläne selbst sollen im Herbst verordnet werden.

Lehrerin mit Maske in der Klasse vor einer Tafel
Die Modernisierung der Lehrpläne drückt sich auch in den Bezeichnungen der Unterrichtsfächer aus

Laut Begutachtungsentwurf des Bildungsministeriums erhalten an den Volksschulen beispielsweise folgende Fächer eine neue Bezeichnung:

  • Deutsch, Lesen und Schreiben --> Deutsch
  • Musikerziehung --> Musik
  • Technisches und Textiles Werken --> Technik und Werken
  • Verkehrserziehung --> Verkehrs- und Mobilitätsbildung

An den Mittelschulen bzw. AHS-Unterstufen ändern sich unter anderem:

  • Geographie und Wirtschaftskunde --> Geografie und wirtschaftliche Bildung
  • Biologie und Umweltkunde --> Biologie und Umweltbildung
  • Geschichte und Sozialkunde/Politische Bildung --> Geschichte und Politische Bildung
  • Bildungs- und Berufsorientierung --> Berufsorientierung
  • Bildnerische Erziehung --> Kunst und Gestaltung
  • Technisches und Textiles Werken --> Technik und Werken
  • Musikerziehung --> Musik

Die neuen Lehrpläne enthalten zudem verbindliche Bezüge zu bestimmten übergreifenden Themen sowie Hinweise auf Unterrichtsanlässe zur Behandlung folgender übergreifender Themen: Interkulturelle Bildung, Reflexive Geschlechterpädagogik und Gleichstellung, Sexualpädagogik, Verkehrs- und Mobilitätsbildung sowie Gesundheitsförderung.

Als verbindliche übergreifende Themen in den Fachlehrplänen der Primarstufe und SEK I werden genannt: Sprachliche Bildung und Lesen, Medienbildung, Informatische Bildung, Politische Bildung, Wirtschafts- und Verbraucherbildung, Umweltbildung für nachhaltige Entwicklung, Entrepreneurship Education sowie Bildungs-, Berufs- und Lebensorientierung.

Faßmann sieht "Rundum-Erneuerung"

Die Gesellschaft verändere sich mit großem Tempo, betonte Bildungsminister Heinz Faßmann in einer Stellungnahme gegenüber der APA. Man gehe mit den neuen Lehrplänen deshalb entschlossen in eine "Rundum-Erneuerung": "Mit der neuen Generation von Lehrplänen integrieren wir Wissen, Können und Handeln stärker als früher. Übergreifende Themen holen wir in den Vordergrund und stärken die Problemlösungskompetenzen der Kinder und Jugendlichen."

Die Lehrpläne legen fest, was SchülerInnen am Ende eines Schuljahres wissen und können sollen. Damit haben sie auch Einfluss auf die Erstellung von Schulbüchern oder die LehrerInnenaus- und -weiterbildung. Laut Bildungsministerium wird unter dem Titel "Lehrpläne NEU" seit Sommer 2019 an deren umfassender Modernisierung gearbeitet. Dieses Vorhaben ist Teil des "Pädagogikpakets" des BMBWF aus dem Jahr 2018 und wird im aktuellen Regierungsprogramm 2020 wieder aufgegriffen.

Laut Regierungsprogramm soll der Fokus dabei auf Kompetenzvermittlung (Kompetenzen werden so beschrieben, dass sie auf die Reflexionsfähigkeit der SchülerInnen abzielen) und klaren Unterrichtszielen liegen. In die Erarbeitung eingebunden waren Teams aus Schulen, Universitäten, Pädagogischen Hochschulen und der Austrian Educational Competence Centres (AECCs). Die Universität Salzburg war für die wissenschaftliche Begleitung zuständig.

Ab dem Schuljahr 2023/24 soll bereits nach den neuen Lehrplänen (beginnend mit den ersten Schulstufen) unterrichtet werden.

Quelle: APA Science, BMBWF