Österreicher hegen große Zweifel am Bildungssystem

Durchwachsenes Zeugnis
Im aktuellen Ipsos Bildungsmonitor 2026 stellen die rund 1.000 Befragten dem österreichischen Bildungssystem ein durchwachsenes Zeugnis aus: Nur fünf Prozent geben ihm die Note “sehr gut”, 31 Prozent zumindest ein “ziemlich gut”. 28 Prozent stufen es demgegenüber als “eher schlecht” und “sehr schlecht” ein. Lücken sieht die Mehrheit vor allem bei den Zukunftsfragen: 55 Prozent glauben, dass Schulen soziale Ungleichheiten nicht verringern, 59 Prozent halten den Lehrplan nicht für ausreichend zukunftsorientiert. Nur ein Drittel der Befragten widerspricht dieser negativen Sicht, der Rest ist unentschieden.
Integration, Lehrpläne und Lehrermangel als Baustellen
Die größten Herausforderungen sehen die Befragten bei der Integration von Kindern mit nicht-deutscher Erstsprache (58 %), veralteten Lehrplänen (42 %) und dem Lehrkräftemangel (34 %). Weniger Bedeutung wird der Rolle der KI im Unterricht (19 %), politische und ideologische Einflussnahme (16 %) und der Arbeitsbelastung des Lehrerberufs (14 %) beigemessen.
Gegen KI-Verbot an Schulen
62 Prozent der Befragten halten Online-Räume für keine sichere Umgebung für junge Menschen. Entsprechend befürworten 62 Prozent das geltende Handyverbot an heimischen Schulen, 72 Prozent wünschen sich ein Social-Media-Verbot für alle unter 14 Jahren. Anders sieht es beim Einsatz Künstlicher Intelligenz aus: Nur 34 Prozent möchten KI an Schulen verbieten, während knapp die Hälfte (48 %) ein solches Verbot ablehnt. Einen starken Einfluss von KI auf Schulen sehen die Befragten bereits jetzt: 21 Prozent glauben an positive Veränderungen, 30 Prozent rechnen mit Verschlechterungen, 39 Prozent glauben, dass KI das Bildungssystem sowohl positiv als auch negativ beeinflussen wird. „Die österreichische Bevölkerung unterscheidet damit klar zwischen Smartphones und sozialen Medien auf der einen sowie KI als Lernwerkzeug auf der anderen Seite“, sagt Studienautor Alexander Zeh.
Sorge um psychische Gesundheit
Große Sorgen machen sich die Befragten um die psychische Gesundheit junger Menschen: Nur neun Prozent beschreiben sie als gut, 58 Prozent halten sie für schlecht. Etwas positiver ist der Blick auf die körperliche Gesundheit, die 47 Prozent für schlecht und 16 Prozent für gut halten. Als Herausforderungen für junge Menschen sehen die Befragten vor allem Migration und Integration (33 %), Inflation und Lebenshaltungskosten (26 %) sowie Mobbing und Gruppenzwang (23 %). Ebenfalls häufig genannt werden digitale Abhängigkeit (21%) sowie die Auswirkungen von Social Media und Technologien wie KI (21 %), dahinter folgen Jugendkriminalität und Sicherheit (20 %), psychische Belastungen (18 %) und die Leistbarkeit und Verfügbarkeit von Wohnraum (18 %).