Pädagogische Hochschulen fordern Autonomie

Autonomie als zentrales Ziel
Die Pädagogischen Hochschulen sind zuversichtlich, dass Bildungsminister Christoph Wiederkehr sie in die lange geforderte Autonomie entlassen wird. Der Minister propagiere stets den „Freiraum Schule“. „Ich gehe daher davon aus, dass er auch für den ‚Freiraum Hochschule‘ und mehr Autonomie eintreten wird“, so die Sprecherin der PH-Rektorenkonferenz Beatrix Karl.
Systemwechsel angestrebt
Konkret geht es um einen grundlegenden Umbau. Derzeit sind die PH nachgeordnete Dienststellen des Bildungsministeriums. Personalstellen werden zentral zugewiesen, strategische Entscheidungen liegen im Ressort. Aus Sicht der PH schränkt das ihre Entwicklungsmöglichkeiten ein.
Weg vom Planstellensystem
Karl spricht sich für einen klaren Bruch mit diesem Modell aus. Ziel sei es, dass an den PH – ähnlich wie an Universitäten – das Angestelltenrecht gilt und die Einrichtungen selbst über Personal entscheiden können. Damit würden die Hochschulen flexibler und könnten schneller auf Entwicklungen reagieren.
Neue Finanzierungsmodelle
Auch bei der Finanzierung bringen die PH einen neuen Vorschlag ein. Diskutiert wird ein Mix aus Globalbudget und Studienplatzfinanzierung. Studienplätze würden dann je nach Bedarf in unterschiedlichen Bereichen finanziert – etwa für Volksschule, Sekundarstufe oder Elementarpädagogik.
Steuerung über Bedarf
Ein zentraler Punkt ist dabei die Frage, wie viele Lehrkräfte in welchen Bereichen ausgebildet werden. Die PH sehen hier einen klaren Steuerungsbedarf. Ziel sei es, Über- und Unterversorgung zu vermeiden und die Ausbildung stärker am tatsächlichen Bedarf auszurichten.
Fachfremder Unterricht als Thema
Als Beispiel nennt Karl den fachfremden Unterricht. Laut aktueller OECD-Studie TALIS unterrichtet ein erheblicher Teil der Lehrkräfte in Fächern, für die sie nicht vollständig ausgebildet sind. Eine stärkere Bedarfsorientierung in der Ausbildung könnte hier gegensteuern.