Schulen bekommen mehr Führungskraft

Mit dem Schuljahr 2026 27 kommt eine strukturelle Veränderung auf die Standorte zu. Schulen erhalten zusätzliche Ressourcen für ein sogenanntes Mittleres Management. Ziel ist es, Direktionen spürbar zu entlasten und Schulentwicklung breiter abzustützen. Für Lehrpersonen eröffnen sich damit neue Rollen und Verantwortungsbereiche im eigenen Haus.

Mehr Unterstützung für komplexe Schulrealitäten

Schulen stehen vor wachsenden Herausforderungen. Migration, Digitalisierung, steigende Heterogenität und zunehmende administrative Anforderungen prägen den Alltag vieler Standorte. Gerade Pflichtschulen arbeiten oft unter hohem organisatorischem Druck. Das neue Mittlere Management soll hier gezielt ansetzen und Leitungen entlasten, damit wieder mehr Zeit für pädagogische Führung, Unterrichtsqualität und individuelle Förderung bleibt.

Konkrete Aufgaben im Überblick

Konkret bedeutet das zusätzliche Zeitressourcen für Lehrpersonen, die definierte Managementaufgaben übernehmen. Dazu zählen etwa Elternarbeit, Organisation von Schulveranstaltungen, Qualitätsentwicklung und Koordination interner Prozesse. Für viele Standorte könnte das eine spürbare Entlastung im operativen Alltag bedeuten.

Neue Ressourcen für Pflichtschulen

Der Schwerpunkt der Maßnahme liegt auf Pflichtschulen. Je nach Größe des Standorts erhalten diese ab 2026 27 zusätzliche Wochenstunden für Managementaufgaben. Kleine und mittelgroße Schulen bis 13 Klassen bekommen bis zu sechs Wochenstunden, größere Standorte zwischen zehn und 15 Wochenstunden.

Leitung im Team denken

Wesentlich ist dabei die Flexibilität. Die Schulleitung kann die Ressourcen auf bis zu vier Lehrpersonen aufteilen. Damit entstehen Leitungsteams, die Verantwortung gemeinsam tragen. Für engagierte Lehrpersonen eröffnet sich eine neue Entwicklungsperspektive innerhalb des Systems, ohne den Schulstandort wechseln zu müssen.

Anpassungen bei AHS, BMHS und Berufsschulen

Auch an AHS, BMHS und Berufsschulen wird das bestehende Modell der administrativen Unterstützung ausgeweitet und flexibler gestaltet. Besonders kleine Standorte mit weniger als acht Klassen erhalten eine zusätzliche Wochenstunde. Gleichzeitig fällt die bisherige Deckelung für große Schulen.

Mehr Flexibilität auch in höheren Schulen

Neu ist auch hier die Möglichkeit, Ressourcen auf mehrere Lehrpersonen aufzuteilen. Dadurch können schulinterne Führungsteams entstehen, die Aufgaben der stellvertretenden Schulleitung oder administrativen Unterstützung gemeinsam übernehmen. Für Standorte mit komplexer Organisationsstruktur ist das ein wichtiger Schritt hin zu geteilter Verantwortung.

Übergang vom bisherigen Modell

Erst in diesem Schuljahr wurde an Pflichtschulen die Funktion der pädagogisch administrativen Fachkraft eingeführt. Diese sollte unter anderem bei Stundenplanerstellung, Fächereinteilung und Kommunikation mit Eltern und Behörden unterstützen. Das neue Mittlere Management wird dieses Modell mittelfristig ersetzen.

Parallelphase und Vollausbau

Im kommenden Schuljahr laufen beide Systeme parallel. Mit dem Vollausbau soll die bisherige Funktion im neuen Modell aufgehen. Für Schulen bedeutet das eine Übergangsphase, in der Strukturen überprüft und Rollen neu definiert werden müssen. Gleichzeitig verspricht das neue Modell mehr Gestaltungsspielraum für die Schulleitung und damit mehr gelebte Schulautonomie.

Chancen und Herausforderungen für Lehrpersonen

Für das Kollegium bringt die Reform mehrere Ebenen. Einerseits kann die Entlastung der Direktion zu klareren Strukturen und schnelleren Entscheidungswegen führen. Andererseits entstehen neue Aufgabenprofile innerhalb des Teams. Lehrpersonen, die Managementfunktionen übernehmen, benötigen klare Rollenbeschreibungen, transparente Zuständigkeiten und ausreichend Zeitressourcen.

Neue Karrierewege im System Schule

Für viele kann das eine attraktive Alternative zu klassischen Karrierewegen sein. Führung wird damit nicht ausschließlich an eine Person gebunden, sondern breiter im Team verankert. Entscheidend wird sein, wie gut es gelingt, pädagogische Verantwortung und Managementaufgaben sinnvoll zu verbinden, ohne zusätzliche Belastung zu erzeugen.

Ausblick auf die Umsetzung

Mit jährlich rund 20 Millionen Euro zusätzlichem Budget setzt das Ministerium ein deutliches Signal. Ob das Mittlere Management im Alltag tatsächlich spürbare Entlastung bringt, wird stark von der Umsetzung an den einzelnen Standorten abhängen.