Sind Smartwatches ein Fluch oder Segen?

Für viele Eltern ist es wichtig, zu wissen, wo sich ihre Kinder aufhalten. Heutzutage ist dies mithilfe von Smartwatches möglich. Diese begleiten die Kinder auch in die Schule. Laut der Kindermedienstudie 2020 und 2022 sind Smartwatches für Eltern unverzichtbar geworden. Es stellt sich jedoch die Frage, ob Smartwatches in der Schule ein Problem darstellen. Dies ist ein komplexes Thema, das von verschiedenen Faktoren abhängt. Im Rahmen unseres Medienstudientalks haben wir mit dem Experten Matthias Jax von Saferinternet.at darüber gesprochen.

Smartwatches in Schulen

Smartwatches können in vielen Bildungseinrichtungen durchaus nützliche Funktionen haben, allerdings können sie auch zu Problemen führen. So kann die Nutzung der Geräte im Unterricht zu Ablenkungen führen oder die Privatsphäre von Schüler:innen und Lehrer:innen werden verletzt. Es besteht auch die Gefahr, dass Daten in das Darknet gelangen.

Potenzial vs. Risiken

Auf der positiven Seite können Smartwatches als nützliches Werkzeug dienen, um Kindern das Verständnis für Technologie und digitale Kompetenzen zu vermitteln. Sie können auch als Lernhilfe verwendet werden, um beispielsweise Zeitmanagement zu unterstützen oder Erinnerungen für Hausaufgaben einzurichten. Jedoch können Smartwatches auch Ablenkungen darstellen und den Unterricht stören, wenn Kinder sie für Spiele, Messaging oder andere nicht schulbezogene Aktivitäten verwenden. In einigen Fällen können sie sogar als Werkzeuge für unerlaubtes Betrügen oder unangemessenes Verhalten verwendet werden.

Die Gefahr der Scheinsicherheit

Einer der wichtigsten Faktoren allerdings ist das Bewusstsein für Datensicherheit. Smartwatches werden oft als innovative Sicherheitslösung beworben. Sie bieten Funktionen wie Notfallbenachrichtigungen, Standortverfolgung und Gesundheitsüberwachung, die ein Gefühl der Sicherheit vermitteln können. Dennoch haben Smartwatches Grenzen. Sie sind anfällig für Störungen und Hacking, und ihr Besitz bedeutet nicht automatisch vollständige Sicherheit. Nutzer sollten sich der Risiken bewusst sein und die Technologie als Werkzeug, nicht als Garantie betrachten.

Management an Schulen

Das Ergebnis des Medienstudientalks mit Mathias Jax zeigt deutlich, dass das Management von Smartwatches in Volksschulen eine ausgewogene Herangehensweise erfordert. Diese sollte die potenziellen Vorteile der Technologie nutzen, gleichzeitig aber auch die Ablenkungen und mögliche Risiken in Betracht ziehen. Schulen könnten Richtlinien entwickeln, die die Nutzung von Smartwatches regeln und sicherstellen, dass sie im Unterricht angemessen verwendet werden. Allerdings meint Matthias Jax, dass es am besten ist, wenn Lehrer:innen mit den Kindern über die Nutzung und Funktion von Smartwatches offen sprechen.

Ich glaube, was auch noch ganz wichtig ist, vor allem für den Unterricht: Wie geht man damit um? Wie geht es den Kindern damit? Wie fühlen sie sich? Das ist auch ein guter Einstieg, einfach um Vertrauen zu schaffen, zu sagen schaut's, wir sind Ansprechpersonen für euch, als Erwachsene, als Lehrpersonal und ihnen auch die Möglichkeit zu geben, ihre Befürchtungen, möglicherweise auch ihre Chancen darzulegen.

Matthias Jax , Projektleiter Saferinternet.at

Die Kinder- und Jugend-Medien-Studie

Ausgangspunkt für die Medien-Talks sind die seit über zehn Jahren durchgeführten Kinder- und Jugend-Medien-Studien der Education Group. Alle bisherigen Befragungen und Ergebnisse stehen kostenlos zum Download oder zur online Durchsicht bereit.

Zu den Kinder- und Jugend-Medien-Studien der Education Group