Tägliche Bewegung wirkt – und Schule spielt eine Schlüsselrolle

Bewegung im Schulalltag: nachweislich wirksam
Die „Tägliche Bewegungseinheit“ verfolgt als bundesweite Initiative ein klares Ziel: die Bewegungszeit von Kindern und Jugendlichen im Bildungsalltag nachhaltig zu erhöhen. Die aktuelle Evaluierung der Gesundheit Österreich GmbH (GÖG) bestätigt, dass das gelingt – und zwar mit messbaren Effekten.
Die Initiative basiert auf einem 3-Säulen-Modell:
- Säule 1 – Bewegungskultur
Bewegung wird bewusst in den Alltag von Schulen und Kindergärten integriert.
- Säule 2 – Bewegungseinheiten
Zusätzliche Einheiten mit Bewegungscoaches ergänzen den regulären Alltag.
- Säule 3 – Bewegungsvielfalt
Flexible Bewegungsangebote – vom Bewegungsspiel bis zum Schwimmen – erweitern den Unterricht.
Wie stark das Angebot mittlerweile verankert ist, zeigen die aktuellen Zahlen:
Im Kindergarten-/Schuljahr 2024/25 war die TBE bereits in 115 von 116 politischen Bezirken vertreten. Insgesamt nahmen 3.753 Bildungseinrichtungen teil – darunter 1.469 Kindergärten, 2.135 Volksschulen, 65 Sonderschulen und 84 Schulen der Sekundarstufe I. Die Zahl der durchgeführten Bewegungseinheiten stieg auf 298.416.
Ein Großteil der befragten Schulen und Kindergärten berichtet, dass Kinder nach den Bewegungseinheiten ausgeglichener sind und sich besser konzentrieren können. Besonders deutlich zeigen sich Fortschritte in Bewegungsfähigkeit und Koordination.
Auch die Evaluierung selbst fällt hier klar aus: Besonders hohe Zustimmung erhielten jene Aussagen, wonach Kinder Fortschritte in ihrer Bewegungsfähigkeit und Koordination machten (91 Prozent). Gleichzeitig profitierten laut Rückmeldungen sowohl Kinder mit Bewegungsdefiziten als auch besonders bewegungsaffine Kinder (90 und 89 %) von den Angeboten.
Bewegung unterstützt – statt zu unterbrechen
Besonders interessant ist, wie Bewegung im Schulalltag wahrgenommen wird. Viele Pädagog:innen erleben die Einheiten nicht als zusätzlichen Aufwand, sondern als Unterstützung.
Gerade in einem Schulalltag, der von Heterogenität, Konzentrationsproblemen und steigenden Anforderungen geprägt ist, kann Bewegung gezielt entlasten:
- Kurze Bewegungsphasen zwischen Lernsequenzen steigern die Aufmerksamkeit.
- Koordinative Übungen fördern Selbstregulation und Körperwahrnehmung.
- Gemeinsame Bewegung stärkt das soziale Miteinander in der Klasse.
Auch organisatorisch berichten viele Schulen von positiven Erfahrungen – etwa durch die Zusammenarbeit mit externen Bewegungscoaches.
Eine zentrale Rückmeldung aus der Evaluierung bringt es auf den Punkt:
Bewegung wird nicht als Unterbrechung des Lernens erlebt, sondern als Unterstützung.
Nicht nur Pädagog:innen, auch Eltern bewerten die Initiative überwiegend positiv. Die Mehrheit empfindet die Bewegungseinheiten nicht als zusätzliche Belastung für ihre Kinder. Viele berichten vielmehr von mehr Bewegungsfreude und größerer Aktivität im Alltag.
Bewegung als Beitrag zu Chancengerechtigkeit
Ein besonders relevanter Befund der Studie betrifft die Reichweite der Initiative. Schule erreicht alle Kinder – auch jene, die außerhalb des Unterrichts kaum Zugang zu Sport- oder Bewegungsangeboten haben.
Allein über die Bewegungscoachstunden wurden im Schuljahr 2024/25 rund 145.000 zusätzliche Bewegungseinheiten umgesetzt. Insgesamt erreichte die Initiative rund 365.000 Kinder und Jugendliche.
Gerade aus bildungspolitischer Sicht ist das ein starkes Signal: Bewegung kann einen wichtigen Beitrag zu Gesundheit, Teilhabe und Chancengerechtigkeit leisten – vorausgesetzt, die notwendigen Rahmenbedingungen sind vorhanden.
Fazit: Bewegung als Teil von Schulqualität
Die Ergebnisse der Evaluierung der „Täglichen Bewegungseinheit“ zeigen deutlich: Bewegung im Schulalltag wirkt. Sie unterstützt Konzentration, Motivation und soziales Lernen – und wird von Schulen, Kindern und Eltern gleichermaßen positiv wahrgenommen.
Die Herausforderung wird nun darin liegen, erfolgreiche Modelle langfristig abzusichern und weiterzuentwickeln.