Thomas Brezina lässt Geld sprechen

Warum ist das Taschengeld so schnell weg? Weshalb steigen die Preise und was steckt eigentlich hinter Aktien, Krediten oder Bitcoin? Bestsellerautor Thomas Brezina widmet sich in seinem neuen Buch der Welt des Geldes. Am 7. Oktober präsentierte er „Was dein Geld sagen würde, wenn es sprechen könnte“ in der Münze Österreich in Wien. Mit dabei waren Bildungsminister Christoph Wiederkehr, Vertreter der Oesterreichischen Nationalbank und der Münze Österreich sowie eine Volksschulklasse aus Bad Vöslau.

Geld verstehen statt darüber schweigen

„Hallo. Hier spricht dein Geld.“ Mit diesen Worten beginnt Brezinas neues Buch, in dem das Geld selbst zum Erzähler wird. Auf 208 Seiten erklärt der Autor, woher Geld kommt, wie Banken funktionieren, weshalb es Inflation gibt und wie Werbung unser Kaufverhalten beeinflusst. Auch komplexere Themen wie Aktien, Kryptowährungen und die ungleiche Verteilung von Geld werden behandelt.

Bei der Präsentation zeigte Brezina, wie sich solche Inhalte unterhaltsam vermitteln lassen. Mit Schätzfragen bezog er die anwesenden Kinder ebenso ein wie die Erwachsenen auf dem Podium. So ging es etwa darum, wie lange Geldscheine im Umlauf bleiben, woraus sie hergestellt werden und womit Menschen früher bezahlt haben. Bei der Frage nach dem Zahlungsmittel der Azteken wussten einige Volksschulkinder besser Bescheid als die Erwachsenen: Es waren Kakaobohnen.

Das Buch entstand mit fachlicher Unterstützung der Oesterreichischen Nationalbank und der Münze Österreich. Brezinas Ziel ist es, wirtschaftliche Zusammenhänge verständlich zu erklären, ohne dabei belehrend zu wirken.
 

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Finanzbildung gehört auch in die Schule

Bei der Buchpräsentation betonte Bildungsminister Christoph Wiederkehr, wie wichtig es sei, frühzeitig über Geld zu sprechen. Dass Geld in Österreich lange als Tabuthema gegolten habe, bezeichnete er als absurd und fahrlässig. Der Umgang mit Taschengeld könne bereits im Kindesalter eine Grundlage für spätere finanzielle Entscheidungen schaffen.

Auch OeNB-Direktor Josef Meichenitsch unterstrich die Bedeutung früher Finanzbildung. Sie sei mittlerweile ebenso wesentlich wie Lesen, Schreiben und Rechnen. Dabei spiele auch Bargeld eine Rolle: Wer Münzen und Scheine tatsächlich in der Hand halte, entwickle leichter ein Gefühl dafür, wie viel Geld zur Verfügung stehe und was ausgegeben werde.

Für Lehrkräfte bietet das Buch zahlreiche Anknüpfungspunkte für den Unterricht. Brezina arbeitet mit Beispielen aus dem Alltag, Rätseln und überraschenden Fakten. Fragen rund um Konsum, Sparen, Werbung und den Wert des Geldes lassen sich damit ebenso aufgreifen wie wirtschaftliche Zusammenhänge.
 

Geld ist ein Werkzeug, kein Lebenszweck

Doch Brezina möchte nicht nur Finanzwissen vermitteln. Sein Buch beschäftigt sich auch mit der Frage, welche Bedeutung Geld im Leben haben sollte. Im Gespräch mit dem STANDARD warnte der Autor davor, Kindern zu vermitteln, dass ein möglichst hohes Einkommen das wichtigste Lebensziel sei. Ebenso riet er dazu, Kinder zwar altersgerecht über finanzielle Fragen aufzuklären, sie aber nicht mit den Geldsorgen ihrer Eltern zu überfordern.

Besonders deutlich wird diese Haltung am Ende des Buches. Dort richtet sich das Geld in einem Brief an seine Leserinnen und Leser und erklärt: „Ich bin nicht dein Freund.“ Dahinter steckt eine Botschaft, die über das reine Finanzwissen hinausgeht: Geld kann Sicherheit schaffen, Freiheit ermöglichen und Wünsche erfüllen. Glück, Freundschaft oder Liebe kann es jedoch nicht ersetzen.

Geld verstehen und lernen, verantwortungsvoll damit umzugehen – das ist das zentrale Anliegen des Buches. Zugleich macht Brezina deutlich, dass Geld ein Werkzeug bleiben sollte und nicht zum Lebenszweck werden darf.