Unis und PH wollen Lehrkräftebildung übernehmen
Die School of Education ist “ein großes Reformvorhaben im Hochschulbereich”, sagt Bildungsminister Christoph Wiederkehr: Die Ausbildung von Lehrkräften soll organisatorisch enger zusammengeführt und praxisnäher werden. Wie unter unter welchem Dach das passieren soll, das wird ab 1. Juli diskutiert: Mit einem Symposium an der Pädagogischen Hochschule Steiermark startet der Reformprozess. Sowohl Universitäten als auch PH haben bereits gefordert, die Lehrkräftebildung komplett übernehmen zu wollen.
Schrittweise Umsetzung
Im Anschluss an das Symposium wird eine externe Arbeitsgruppe unter Leitung des Bildungsministeriums im Austausch mit den Universitäten, Hochschulen und Schulen sowie weiteren Stakeholdern und Fachleuten bis Anfang 2027 verschiedene Modelle erarbeiten. Ein Gesetzesbeschluss ist frühestens 2028 vorgesehen. Aufgrund der Größe des Reformvorhabens wird die Umsetzung schrittweise erfolgen, stellt Wiederkehr klar.
Zwei parallele Ausbildungssysteme
Bisher ist die Aus- und Fortbildung je nach Schultyp zwischen den Universitäten und den Pädagogischen Hochschulen aufgeteilt und fällt damit in die Zuständigkeit zweier unterschiedlicher Ressorts, nämlich des Bildungs- und das Wissenschaftsministeriums. Lehrkräfte für die Volksschule, für den berufsbildenden Unterricht an Berufsbildenden mittleren und höheren Schulen (BMHS) bzw. für Berufsschulen werden ausschließlich an Pädagogischen Hochschulen (PH) ausgebildet. Die Ausbildung für Lehrkräfte der "Sekundarstufe Allgemeinbildung" (Fächer wie Deutsch, Geschichte oder Turnen) teilen sich Unis und Pädagogische Hochschulen in sogenannten Verbünden.
Mehrere Modelle im Gespräch
Die geplanten Schools of Education sollen künftig die Ausbildung für pädagogische Berufe unter einem Dach bündeln, den Praxisbezug stärken und Forschung sowie Innovation fördern, heißt es aus dem Bildungsministerium. Gleichzeitig sollen die Strukturen vereinfacht und die Durchlässigkeit zwischen den pädagogischen Berufen erhöht werden. Berichten der APA zufolge werden derzeit mehrere Modelle diskutiert, etwa jenes der Universitätenkonferenz (uniko), das eine schrittweise Übernahme zunächst der Lehrkräfteausbildung an der Sekundarstufe, dann der Fort- und Weiterbildung und am Schluss eventuell auch der Berufsbildung und der Volksschule vorsieht. Auch eine Überführung der PH in eine fachhochschulähnliche Konstruktion soll eine Möglichkeit sein.
"Bestmögliche Rahmenbedingungen"
"Unser Ziel ist es, die bestmöglichen Rahmenbedingungen für die Ausbildung der nächsten Generation von Pädagoginnen und Pädagogen zu schaffen. Dafür setzen wir auf Qualität, Dialog und eine breite Beteiligung aller relevanten Akteurinnen und Akteure", so Wiederkehr. Die Arbeiterkammer verlangt, dass vor organisatorischen Fragen zunächst geklärt werden müsse, was Lehrkräfte in Zukunft überhaupt können sollen.
