Viele Pensionierungen – aber auch mehr junge Lehrkräfte

Große Jahrgänge vor dem Ruhestand
Ein Blick auf die Altersverteilung macht deutlich, wo die Dynamik liegt. Ein erheblicher Teil der Lehrpersonen ist derzeit zwischen 50 und 60 Jahre alt. Diese Gruppe wird in den kommenden Jahren schrittweise aus dem Schuldienst ausscheiden. Die sogenannte Pensionierungswelle ist damit keine abstrakte Prognose, sondern bereits in den Daten sichtbar.

Viele, aber immer noch zu wenige Lehrende
Insgesamt unterrichten derzeit rund 128.000 Lehrpersonen an Österreichs Schulen. Vor diesem Hintergrund wird deutlich, welche Dimension der bevorstehende Generationswechsel hat. Die Pensionierungen erfolgen nicht gleichzeitig, sondern gestaffelt über mehrere Jahre. Dennoch entsteht in vielen Schulen ein spürbarer Übergang, weil ganze Jahrgänge von erfahrenen Lehrkräften nahezu gleichzeitig das System verlassen.
Mehr junge Lehrkräfte im System
Parallel dazu zeigt sich eine gegenläufige Entwicklung. Vor allem in Volksschulen und Mittelschulen ist der Anteil junger Lehrpersonen zuletzt gestiegen. Dort unterrichten wieder deutlich mehr Pädagogen unter 30 Jahren als noch vor einigen Jahren. Der Einstieg in den Lehrberuf nimmt damit sichtbar zu und wirkt stabilisierend auf das System.
Veränderung in den letzten zehn Jahren
Ein Blick auf die Entwicklung zeigt, wie deutlich sich die Altersstruktur verschoben hat. Der Anteil der Lehrkräfte ab 50 Jahren ist in den vergangenen zehn Jahren von 44,5 Prozent auf rund 38 Prozent gesunken. Gleichzeitig ist der Anteil der unter 30-Jährigen von 9 auf 13 Prozent gestiegen. Auch die Gruppe der 30- bis 39-Jährigen hat deutlich zugelegt und liegt inzwischen bei etwa 25 Prozent.
Unterschiede je nach Schultyp
Der Generationswechsel betrifft nicht alle Schulen gleichermaßen. Die Altersstruktur unterscheidet sich deutlich zwischen den einzelnen Schularten. Der größte Teil des Lehrpersonals arbeitet an Pflichtschulen. Rund 76.000 Lehrkräfte unterrichten in Volksschulen, Mittelschulen und Sonderschulen. Deutlich kleiner sind die Gruppen an allgemeinbildenden höheren Schulen sowie an berufsbildenden mittleren und höheren Schulen mit jeweils rund 22.000 Lehrpersonen. Berufsschulen bilden mit knapp 5.000 Lehrkräften den kleinsten Bereich im System.
Jung und Alt unterrichten nebeneinander
In Volksschulen und Mittelschulen ist das Lehrpersonal vergleichsweise ausgewogen verteilt. Neben einem weiterhin hohen Anteil erfahrener Lehrkräfte gibt es dort auch eine wachsende Gruppe junger Pädagogen. Diese Durchmischung erleichtert den Übergang, weil Erfahrungswissen im System bleibt und gleichzeitig neue Lehrkräfte nachrücken.
Andere Situation an Berufsschulen
Dort ist die Altersstruktur deutlich nach oben verschoben. Ein großer Teil der Lehrkräfte ist bereits über 50 Jahre alt, während junge Lehrpersonen seltener vertreten sind. Dadurch fällt der Generationswechsel in diesem Bereich konzentrierter aus.
Diese Unterschiede haben konkrete Auswirkungen auf die Schulrealität. Während Pflichtschulen den Übergang zwischen den Generationen bereits aktiv gestalten, stehen berufsbildende Schulen vor stärker gebündelten personellen Veränderungen.