Warum Griechisch ein ziemlich cooles Fach ist

Griechisch zu lernen ist cool! Das sagt Bruno Buchberger, der Gründer des Softwareparks Hagenberg, der dankbar auf seine Gymnasialzeit zurückblickt. Die Beschäftigung mit alten Sprachen an der Wiege unserer europäischen Kultur hat ihm dabei geholfen, frisch zu denken und zur Innovation beizutragen.

Acropolis

Was macht also das Fach Griechisch so besonders? Viele denken bei "Griechisch" vermutlich zuerst einmal an das beliebte Urlaubsland mit seinen zahlreichen Inseln und antiken Sehenswürdigkeiten am Mittelmeer, das die Griechen auch gern Hellas nennen. Griechenland ist die Wiege der europäischen Kultur. Aber dass Griechisch ein reguläres und vor allem auch ein ganz besonderes Unterrichtsfach ist, geht zumeist ein wenig unter.

Welche Vorteile bringt es, wenn man sich als SchülerIn für das Fach Griechisch entscheidet?

Beginnen wir zuerst einmal mit der griechischen Sprache und der Schrift.

Die Griechische Schrift - gar nicht so schwer!

Wenn man das Schulfach Griechisch wählt, lernt man ein zweites Mal Lesen und Schreiben. Das klingt jetzt schwieriger, als es ist, denn einige griechische Buchstaben kennt man schon aus dem Mathematikunterricht. Aber auch die übrigen Buchstaben sind schnell gelernt. Bereits nach kurzer Zeit kann man die griechische Schrift lesen und schreiben. Eine Kostprobe gefällig?

Konnten Sie den Text entziffern? Gar nicht so schwer, oder?

Aber wie bei allen Sprachen muss man natürlich auch die Grammatik und Vokabeln beherrschen, um griechische Texte lesen zu können. Vieles, das man aus dem Lateinischen kennt, kann in der griechischen Grammatik angewendet werden. Es gibt natürlich auch Unterschiede: So hat das Griechische z.B. nur vier Fälle, dafür eine zusätzliche "Zeit, den Aorist.

Das Vokabellernen muss natürlich auch sein, ist jedoch ein wenig erleichert, da unzählige deutsche und englische Wörter aus dem Griechischen stammen: z.B. Ball (von bállein = werfen), Physik (von phýsis = Natur), Genetik (von gé-nesis = Entstehung)  oder phone (von phoné = Stimme), um nur einige Beispiele zu nennen.

Das waren schon einmal gute Argumente für die griechische Sprache und Schrift :-) Tauchen wir also als nächstes in die Lektüre faszinierender griechischer Persönlichkeiten ein:

Homer, Aristophanes, Euripides & Co

Im Griechisch-Unterricht warten eine große Vielfalt an interessanten Themen und spannenden Geschichten darauf, entdeckt zu werden. Bei der Originallektüre von Homers Ilias steht man beispielsweise an Achills Seite im Kampf gegen Troja und segelt in der Odyssee mit Odysseus über die Weltmeere. In griechischen Theaterstücken von Aristophanes, Euripides und anderen begegnen einem lustige und traurige Geschichten, tragische und komische Gestalten. Und nicht zu vergessen die faszinierenden Persönlichkeiten und berühmten Philosophen! Und wer möchte nicht gerne mehr über Alexander den Großen oder Sokrates erfahren?

"Durch eine humanistische Ausbildung lernt man das Denken in sehr fundamentalen Kategorien. Und das Lesen alter Texte führt einem vor Augen, dass sich an den grundlegenden menschlichen Problemen in den vergangenen 3000 Jahren nichts geändert hat."

Univ.-Prof. Dr. Anton Zeilinger; Quantenphysiker, Präsident der Österreichischen Akademie der Wissenschaften

Athen - das Geburtsland der Demokratie

Die Idee der Demokratie erlebte im antiken Athen ihre Geburtsstunde. Die Grundlagen einer demokratischen Staatsverfassung wurden hier entwickelt. SchülerInnen setzen sich im Griechisch-Unterricht mit fundamentalen Grundwerten auseinander, ohne die moderne demokratische Gesellschaften nicht denkbar sind.

Griechisch-Unterricht trägt auch besonders dazu bei, die eigene Kultur als Ergebnis einer langen Entwicklung zu verstehen. Schließlich basiert die Friedensidee Europas auf gemeinsamen, in der griechischen Kultur zugrunde gelegten Fundamenten. Das Wissen um die kulturellen Ursprünge und ihrer Wirkung bis in die Gegenwart hilft uns, dies zu verstehen.

"Ich habe noch nie jemanden getroffen, der den Griechisch-Unterricht seiner Schulzeit nicht als Bereicherung für sein ganzes restliches Leben empfunden hätte. Das Zeitalter der Griechen ist die Kindheit der europäischen Geschichte. Und wer könnte verstehen, was er geworden ist, wenn ernie gelernt hat, seine Anfänge zu  begreifen?"

Peter Klien, Kabarettist und Autor

"Durch das Altgriechische lernt man nicht nur, mit Sprachen und Literatur umzugehen, nein, man versteht gleichzeitig auch die Anfänge der europäischen Kultur, wird in kritischem Denken geschult und baut sich ein Allgemeinwissen auf, mit dem kaum jemand ohne Altgriechisch-Kenntnisse mithalten kann. Altgriechisch macht den Kopf klüger und die Seele schöner."

Vea Kaiser, Bestseller-Autorin

Wie sieht nun das Schulfach Griechisch in Österreich aus?

Der Lehrplan für die AHS-Oberstufe sieht für die 5. Klasse des Gymnasiums Griechisch als alternativen Pflichtgegenstand vor. Dies ist zum einen der langen Tradition des humanistischen Gymnasiums in Österreich geschuldet. Zudem ist Griechisch Zulassungsvoraussetzung für die Studienfächer "Theologie, Alte Geschichte und Altertumskunde, Klassische Archäologie sowie Klassische Philologie.

Ein Kompetenz-Schwerpunkt im Griechisch-Unterricht ist auch, unvoreingenommen Fragen zu stellen und ihnen präzise denkend und geduldig auf den Grund zu gehen. Auch, wenn die Antworten, die die frühesten griechischen Denker gefunden haben, zum großen Teil überholt sind, so sind und bleiben die Mentalität des Staunens und Fragens, die Neugier und das Wissenwollen Voraussetzung für Erkenntisgewinn. Der weltberühmte österreichische Quantenphysiker Anton Zeilinger bringt es treffend auf den Punkt: "Wenn immer nur unmittelbar anwendungsbezogene Forschung betrieben worden wäre, hätten wir heute eine unglaubliche Vielfalt und Raffinesse an Kerzen, aber keine Elektrizität."

Hier ein Auszug aus den Inhalten des Lektüreunterrichts:

Dieser setzt sich aus thematisch orientierten Lehrplanmodulen zusammen, wie zum Beispiel:

  • Das griechische Denken als Fundament der Naturwissenschaften
  • Die griechische Historiographie als Grundlage europäischen Geschichtsdenkens
  • Das griechische Epos als Prototyp europäischer Literatur
  • Das griechische Drama als Ursprung des europäischen Theaters
  • Spott und Satire als Phänomene einer kritischen Gesellschaft

Und was sagen die SchülerInnen?

So, das waren nun ja wirklich viele Argumente für das Schulfach Griechisch, oder? Aber wer kann das besser beurteilen als die SchülerInnen selbst, die bereits in den Genuss dieses Faches gekommen sind:

"Griechisch war die richtige Wahl am Beginn der Oberstufe! Die Chance, für vier Jahre in die Denkweisen und Geschichten der griechischen Antike in der Originalsprache einzutauchen, haben nur sehr wenige Menschen, und ich bin wirklich froh, dass ich sie genutzt habe."

Paul Niemand, Schulsprecher am Petrinum Linz

"Mit Griechisch lerne ich in einer entspannten Atmosphäre Sprache und Kultur eines Vokes, das in der Wissenschaft, Literatur und Dichtung die Grundlagen des modernen Europa geschaffen hat. Durch Einblicke in das Neugriechische wird uns überdies ein Zugang zum heutigen Griechenland eröffnet!"

Dristi Penz, Schülerin am Stiftsgymnasium Melk

"Für mich war sofort klar, dass ich Griechisch nehmen würde, da ich mich für Geschichte und Politik interessiere - und es war kein Fehler! Viele Dinge und Zusammenhänge sind mir klar geworden und mein Allgemeinwissen hat sich massiv verbessert."

Benedikt Bischof, Schüler am Stiftsgymnasium Kremsmünster

Ein großer Beitrag zu einer fundierten Allgemeinbildung

Es gibt viele gute Gründe, sich auch in der modernen Schule mit altgriechischer Sprache und Kultur zu beschäftigen. Bedeutendstes Argument ist zum Beispiel für den ehemaligen BM für Wissenschaft und Forschung, Univ.-Prof. Dr. Karlheinz Töchterle, der hohe Rang von in dieser Sprache verfassten Werken, die zu den Basistexten der europäischen Kultur gehören. Altgriechisch bleibt auch heute noch ein Schulfach, das Wesentliches zu einer umfassenden und vor allem fundierten Allgemeinbildung beiträgt.

Und abschließend noch die beste Begründung für die Sinnhaftigkeit des Altgriechischen vom Philosophen Univ.-Prof. Dr. Konrad Liessmann, der Wilhelm von Humboldt zitiert:

"Es zeigt sich in dem griechischen Charakter der ursprüngliche Charakter der Menschheit überhaupt. Das Studium eines solchen Charakters muss in jeder Lage und jedem  Zeitalter allgemein heilsam auf die menschliche Bildung wirken".

Univ.-Prof. Dr. Konrad Liessmann

Dem ist nichts mehr hinzuzufügen :-)

Wer sich noch umfassender zum Fach Griechisch informieren möchte:


Dieser Beitrag entstand in Kooperation mit dem OÖ Argeleiter für Griechisch, Willi Anschuber, sowie dem Argeleiter für Latein, Peter Glatz.

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