Warum Kinder echte Erfahrungen brauchen

Wie viel Digitalisierung tut kleinen Kindern gut? Und wie können Elementarpädagoginnen und Elementarpädagogen Kinder auf eine digitale Welt vorbereiten, ohne ihre gesunde Entwicklung aus den Augen zu verlieren? Mit diesen Fragen beschäftigte sich Elisabeth Freund von der Initiative ECHT DABEI bei der Fachtagung „SMART AUFWACHSEN“ der Denkwerkstatt Elementarpädagogik am 8. Oktober 2026 an der Privaten Pädagogischen Hochschule der Diözese Linz.


Kinder brauchen mehr Anreize als einen Bildschirm

In ihrem Vortrag „Gesundheit und Medienkompetenz Hand in Hand“ zeigte Freund anhand anschaulicher Experimente, warum gerade kleine Kinder ihre Umwelt mit möglichst vielen Sinnen erfahren müssen. Bewegung, Sprache, Motorik und soziale Interaktion sind für die frühkindliche Entwicklung unverzichtbar. Digitale Medien können diese unmittelbaren Erfahrungen nicht ersetzen.

Medienerziehung auch ohne Handy

Wie aber gelingt ein sinnvoller Umgang mit digitalen Medien im Kindergartenalltag? Freund unterscheidet zwischen Medienkompetenz und Medienmündigkeit und stellt drei Grundsätze für die pädagogische Praxis vor: „Analog vor digital“, „Produzieren vor Konsumieren“ und „Durchschaubarkeit vor Blackbox“. Anhand konkreter Beispiele zeigt sie, wie digitale Geräte sinnvoll eingesetzt und technische Abläufe auch ganz ohne Bildschirm verständlich gemacht werden können.

Dabei geht es nicht um ein grundsätzliches Verbot digitaler Medien, sondern um die Frage, wann und wie deren Einsatz entwicklungsfördernd sein kann. Freund gibt elementarpädagogischen Fachkräften praktische Anregungen für die Arbeit mit Kindern und den sensiblen Austausch mit Eltern.

Ein Vortrag mit vielen Beispielen aus der Praxis, der zeigt, wie frühe Medienbildung gelingen kann, ohne dass das unmittelbare Erleben, Entdecken und Begreifen zu kurz kommt.