Wie viel Bildschirm verträgt Kindheit?
Wenn Bildschirmzeit die Entwicklung beeinflusst
In ihrem Vortrag „SMART (ohne) PHONE in der frühen Kindheit“ beleuchten die beiden Fachleute, wie sich intensiver Bildschirmkonsum auf die Entwicklung von Kindern zwischen null und sechs Jahren auswirken kann. Im Mittelpunkt stehen mögliche Folgen für die Sprachentwicklung, Aufmerksamkeit, soziale Kompetenzen, Schlaf und Motorik. Anhand wissenschaftlicher Erkenntnisse und Erfahrungen aus der klinischen Praxis zeigen sie, weshalb gerade die ersten Lebensjahre für die Entwicklung grundlegender Fähigkeiten entscheidend sind.
Bewusster Umgang statt pauschaler Verbote
Dabei geht es keineswegs um eine pauschale Verteufelung digitaler Medien. Thiede und Rosenthaler betonen, dass nicht jedes Kind mit hohem Medienkonsum automatisch Entwicklungsprobleme bekommt. Entscheidend seien vielmehr das Alter, die Nutzungsdauer, die Inhalte und die Begleitung durch Erwachsene. Gerade für den Kindergartenalltag geben sie konkrete Empfehlungen, wann digitale Medien sinnvoll eingesetzt werden können und warum unmittelbare Erfahrungen, Bewegung und persönliche Interaktion Vorrang haben sollten.
Eltern sensibilisieren und begleiten
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Zusammenarbeit mit den Eltern. Wie lassen sich Familien für mögliche Risiken sensibilisieren, ohne ihnen Vorwürfe zu machen? Wie können pädagogische Fachkräfte Orientierung bieten und zugleich Verständnis für unterschiedliche familiäre Lebenssituationen zeigen?
Ein praxisnaher Vortrag, der wissenschaftliche Erkenntnisse mit Erfahrungen aus dem pädagogischen und medizinischen Alltag verbindet und konkrete Anregungen für eine bewusste Medienerziehung in der frühen Kindheit liefert.