Wiederkehr will ganztägige Schulen mit neuem Personalmodell stärken

Die geplante Reform der Schulverwaltung soll Schulleitungen entlasten und Zuständigkeiten vereinfachen. Bildungsminister Christoph Wiederkehr kündigte am Mittwoch an, dass das Personal künftig aus einer Hand organisiert werden soll. Gleichzeitig soll eine neue Berufsgruppe den Ausbau ganztägiger Schulen erleichtern.

Bildungsminister Christoph Wiederkehr

Schulpersonal künftig aus einer Hand

Im Rahmen der geplanten "Reformpartnerschaft" sollen die Zuständigkeiten für das Personal an Schulen neu geordnet werden. Während derzeit an Pflichtschulen Beschäftigte mit unterschiedlichen Dienstgebern – etwa Bund, Ländern, Gemeinden oder Vereinen – tätig sein können, soll das künftig vereinheitlicht werden.

An Pflichtschulen sollen die Bildungsdirektionen der Länder für das gesamte Personal zuständig sein, an Bundesschulen übernimmt diese Aufgabe der Bund. Die pädagogische Steuerung sowie die Finanzierung bleiben weiterhin in der Verantwortung des Bundes.

Vier Personalkategorien geplant

Künftig soll das Schulpersonal in vier Bereiche gegliedert werden: Leitungsteam, Unterricht und Pädagogik, Unterstützende Professionen sowie eine flexible Kategorie für zusätzliche Expertise. Schulleitungen sollen dabei mehr Entscheidungsfreiheit erhalten und je nach Bedarf selbst festlegen können, welche Personalkategorien an ihrem Standort eingesetzt werden.

Neu ist die Personalkategorie der "Unterstützungspädagoginnen und Unterstützungspädagogen". Sie soll Freizeit- und Stützpädagoginnen und -pädagogen zusammenführen und flexibler einsetzbar sein – etwa auch in Lernzeiten oder zur Unterstützung im Unterricht.

Ausbau ganztägiger Schulen

Von dieser neuen Berufsgruppe erwartet Bildungsminister Christoph Wiederkehr einen deutlichen Ausbau ganztägiger Schulformen. Bisher sei es vor allem im ländlichen Raum schwierig gewesen, Freizeitpädagoginnen und Freizeitpädagogen für wenige Stunden pro Tag zu gewinnen. Durch das neue Berufsbild sollen diese Fachkräfte künftig vielseitiger eingesetzt werden können.

Schulcluster und Digitalisierung

Die Reform sieht außerdem vor, Schulcluster attraktiver zu machen. Gemeinsame Verwaltung und Lehrerteams mehrerer Standorte sollen insbesondere im ländlichen Raum dazu beitragen, kleinere Schulen langfristig zu erhalten.

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Digitalisierung der Schulverwaltung. Derzeit bestehen unterschiedliche Verwaltungsprogramme für Schul-, Lehrer- und Schülerdaten. Künftig soll ein einheitliches System die Verwaltung vereinfachen und effizienter gestalten.

Quelle: APA Science


Aussendung des Bildungsministerums