Bundeslehrertag im Zeichen der Reformdebatte
Reformideen sorgen für Diskussion
Für intensive Gespräche sorgte vor allem die Überlegung, lebende Fremdsprachen oder Latein zugunsten eigener Schwerpunkte wie Künstliche Intelligenz oder Demokratiebildung einzuschränken. Die Gewerkschaft sieht diese Pläne kritisch. Sie verweist darauf, dass neue Lehrpläne bereits fertig ausgearbeitet sind und mit dem kommenden Schuljahr in Kraft treten. Aus Sicht der Standesvertretung sollten diese zunächst umgesetzt und evaluiert werden, bevor weitere strukturelle Änderungen folgen.
Hinweis auf bestehende Lehrpläne
Mehrfach wurde betont, dass Themen wie Demokratiebildung, Medienkompetenz und der Umgang mit Künstlicher Intelligenz bereits in den neuen Lehrplänen verankert seien. Diese seien in einem mehrjährigen Prozess unter Einbindung von Fachleuten erarbeitet worden. Eine neuerliche Anpassung noch vor der Umsetzung würde aus Sicht der Gewerkschaft unnötige Unruhe in die Schulen bringen. Gefordert wird daher mehr Kontinuität und Planungssicherheit.
Forderung nach Einbindung
Auch aus dem Bereich der Berufsbildenden Mittleren und Höheren Schulen kam der Wunsch nach stärkerer Einbindung. Vertreter der Fachgruppen und Arbeitsgemeinschaften sehen sich als Experten für die praktische Umsetzung von Reformen. Sie fordern, frühzeitig in Entscheidungsprozesse eingebunden zu werden, um tragfähige und nachhaltige Lösungen zu entwickeln. Reformen sollten gemeinsam mit der Schulpraxis gestaltet werden.
Politische Einordnung
Unterstützung erhielt die Standesvertretung auch von Landeshauptmann Thomas Stelzer. Er hob die hohe Qualität der Schulen hervor und plädierte für sorgfältig vorbereitete Veränderungen. Jede Reform brauche klare Zielsetzungen, ausreichende Vorbereitung und verlässliche Rahmenbedingungen. Der Bundeslehrerinnentag wurde damit auch zu einer politischen Standortbestimmung im laufenden Reformprozess.