Die letzten Schultage: Drei oö. Schulen schließen für immer

Bedrohte Kleinschulen
Die Zahl der Volksschulkinder geht in ganz Österreich zurück. Allein in Oberösterreich gibt es in der Primarstufe knapp 200 Kleinschulen mit vier oder weniger Klassen, vor allem im ländlichen Raum. Drei davon werden nach den Sommerferien nicht mehr aufsperren: Die Volksschule Geiersberg, die Volksschule Pramet und die Volksschule Jeging werden geschlossen. Zwei weitere Standorte werden ebenfalls geschlossen, der genaue Zeitplan hängt aber noch von den „baulichen Rahmenbedingungen“ ab, teilt die Bildungsdirektion Oberösterreich auf Anfrage von schule.at mit.
Geiersberg kooperiert mit Nachbargemeinde
Die Volksschule Geiersberg war schon bisher eine Expositur der Volksschule St. Marienkirchen am Hausruck, die beiden Schulen werden nun zusammengelegt, sagt Claudia Gattringer, Direktorin beider Schulen. Zunächst ziehen alle Kinder und Lehrkräfte in die Schule in Geiersberg, während die Volksschule in St. Marienkirchen in den nächsten ein bis eineinhalb Jahren umgebaut wird. Danach besuchen alle Kinder der beiden Gemeinden den Kindergarten in Geiersberg und die Volksschule in St. Marienkirchen. “Diese Kooperation ist für beide Orte ein großer Vorteil”, sagt Gattringer.
Jeging verliert Knotenpunkt
Schwieriger ist die Lage in Jeging: Nach dem Abschied der Direktorin ist die Schließung der Volksschule seit März oder April bekannt. “Das ist recht schnell gegangen”, sagt Amtsleiterin Marina Rehrl. Die 36 Schülerinnen und Schüler sowie eine Lehrkraft wechseln an die Volksschule Munderfing, zwei weitere Lehrkräfte an andere Schulen, im Bezirk herrsche großer Lehrkräftemangel. Schon bisher besuchen die größeren Kinder die Mittelschule im drei Kilometer entfernten Munderfing, der Schulbus werde nun auch die Volksschulkinder mitnehmen. Einige Eltern trauern um die Schule im eigenen Ort, die Gemeinde und die örtlichen Vereine verlieren einen wichtigen sozialen Knotenpunkt, so Rehrl.
Ein Fest zum Abschied in Pramet
In Pramet ist die Schulschließung schon länger bekannt, dementsprechend bereiten sich die drei Lehrkräfte und 26 Kinder seit rund einem Jahr auf den Umzug in die Nachbarschule Schildorn vor. Die beiden Gemeinden arbeiten in einer Verwaltungsgemeinschaft zusammen. Zum Abschied von der alten Volksschule in Pramet stehen in den letzten Schultagen noch eine Olympiade und ein Schulfest am Programm.
Weniger Volksschulkinder
Die drei Beispiele zeigen: Der demografische Wandel kommt in den Volksschulen an. Im Schuljahr 2026/27 sinkt die Zahl der Volksschulkinder in Österreich erstmals um 1.800 auf 372.900, ein Rückgang um ein halbes Prozent. Bis zum Schuljahr 2033/34 wird die Zahl noch weiter auf 339.100 zurückgehen, zeigt die Schulbesuchsprognose der Statistik Austria.
| Bundesland | Entwicklung Schülerinnen und Schüler Primarstufe 2023/24 – 2033/34 |
|---|---|
| Burgenland | -12% |
| Kärnten | -11% |
| Niederösterreich | -8% |
| Oberösterreich | -7% |
| Salzburg | -6% |
| Steiermark | -6% |
| Tirol | -9% |
| Vorarlberg | -7% |
| Wien | -10% |
| Österreich | -8% |
Ziel ist “wohnortnahes Schulangebot”
Die Bildungsdirektion Oberösterreich betont: „Zielsetzung ist immer die Aufrechterhaltung eines regional ausgewogenen, vielfältigen, integrativen und inklusiven wohnortnahen Schulangebotes.“ Rückläufige Bevölkerungszahlen in ländlichen Gebieten und steigende Zahlen in städtischen Ballungs- und Einzugsgebieten, aber auch die Neuerrichtung von Siedlungen wirken sich auf die Schulstandorte aus. Und werden das auch in den nächsten Jahren tun.