Hälfte der Schulen setzt auf eigene Deutschförderkonzepte

Etwas mehr als die Hälfte der Schulen will bei der Deutschförderung von außerordentlichen Schülerinnen und Schülern auf autonome Modelle setzen. Für sie hat das Konzept der separaten Deutschförderklassen ausgedient. Rund 52 Prozent der dafür infrage kommenden Schulen haben entsprechende Konzepte eingereicht. Die Möglichkeit dazu ist Anfang des Jahres vom Nationalrat beschlossen worden.

Separate Förderklassen seit 2018/19

Die separaten Deutschförderklassen und -gruppen für die zuletzt knapp 50.000 außerordentlichen Schülerinnen und Schüler wurden 2018/19 von Schwarz-Blau eingeführt. Schulanfänger und Quereinsteiger aus dem Ausland, die laut dem Zuteilungstest MIKA-D Probleme mit der Unterrichtssprache haben, werden bis zu zwei Jahre lang maximal 20 Stunden pro Woche in eigenen Klassen oder Gruppen in Deutsch gefördert. Nur Fächer wie Werken, Musik oder Turnen verbringen sie mit ihrer Stammklasse.

Große Unzufriedenheit mit den Deutschförderklassen

Kritik daran kam sowohl aus den Schulen als auch aus der Wissenschaft. Und diese Kritik hatte es in sich: Die Pflicht zum Unterricht in separaten Klassen ab acht außerordentlichen Schülern am Standort führe zu Ausgrenzung, verbessere das Deutschlernen nicht und sei an Schulen mit vielen nicht deutschsprachigen Kindern pädagogisch unsinnig. Jetzt hat die Koalition aus ÖVP, SPÖ und NEOS nachjustiert – Schulen können von den separaten Klassen bzw. Gruppen abgehen, wenn sie dafür geeignete Konzepte erarbeiten.

Bis Mitte April mussten Konzepte vorgelegt werden

Standorte, die ab dem kommenden Schuljahr die Deutschförderung wieder nach ihren eigenen Vorstellungen organisieren wollen, mussten dem Ministerium bis Mitte April ein Sprachförderkonzept vorlegen. Diese Chance haben 665 Schulen genutzt, teilte das Ministerium mit. Das entspricht einem Anteil von rund 52 Prozent der insgesamt 1.267 Pflichtschulen mit mindestens acht außerordentlichen Schülerinnen oder Schülern. In diese Einrichtungen gehen 23.342 Kinder mit entsprechendem Sprachförderbedarf. Das sind rund 56 Prozent der 41.322 außerordentlichen Schülerinnen und Schüler in Pflichtschulen mit mindestens acht „Außerordentlichen“ am Standort.

Quelle: APA Science