Hitzeschutzgipfel heute im Bildungsministerium: Die Ergebnisse

Im Bildungsministerium in der Wasagasse 2 ging es heute im wahrsten Sinne des Wortes heiß her: Nach den Hitzewellen der vergangenen Wochen und den damit verbundenen, teils belastenden Arbeits- und Lernbedingungen für Pädagog:innen und Schüler:innen, stand das Thema Hitzeschutz heute im Mittelpunkt. Im Rahmen eines Hitzeschutzgipfels diskutierten Vertreter:innen aus Klimaforschung, Gesundheitswesen, Gebäudemanagement, Eltern- und Schülervertretungen, Schulleitungen sowie die Bildungssprecher:innen der Parlamentsparteien darüber, welche Maßnahmen Schulen künftig brauchen, um den Herausforderungen des Klimawandels wirksam zu begegnen.

Tafel mit Text "hitzefrei?" durchgestrichen

Bildungsminister Christoph Wiederkehr und der Generaldirektor der GeoSphere Austria, Andreas Schaffhauser, präsentierten danach im Rahmen eines Pressestatements erste Ergebnisse der Beratungen und stellten mögliche kurz-, mittel- und langfristige Maßnahmen für hitzeresiliente Schulen vor. Im Mittelpunkt standen dabei drei zentrale Fragestellungen:

  1. Sollten die Sommerferien angepasst werden – und welchen Effekt hätte das?
  2. Wie können Schulgebäude besser an zunehmende Hitze angepasst werden?
  3. Welche gesetzlichen Rahmenbedingungen braucht es, um Schulen mehr Flexibilität an Hitzetagen zu ermöglichen?

Aktionsplan „Coole Schulen“ soll im Sommer entstehen

Die Ergebnisse des Gipfels sollen nun in einen Aktionsplan „Coole Schulen“ einfließen, der im Laufe des Sommers ausgearbeitet und anschließend mit den Koalitionspartnern abgestimmt werden soll.

Sommerferien vorverlegen?

Laut Andreas Schaffhauser könnte eine Vorverlegung der Sommerferien die Zahl der Hitzetage während des Schulbetriebs um rund zwei Tage pro Jahr reduzieren und damit die Belastung für Schüler:innen und Lehrkräfte spürbar verringern. Bildungsminister Wiederkehr betonte jedoch, dass eine solche Änderung nur im österreichweiten Gleichklang sinnvoll sei. Zudem müssten auch Auswirkungen auf andere Bereiche – etwa den Tourismus – berücksichtigt werden.

Investitionen in hitzeresiliente Schulgebäude

Ein Schwerpunkt liegt auf baulichen Maßnahmen an Bundesschulen. Insgesamt wurden 50 Schulstandorte in ganz Österreich priorisiert, an denen erste Maßnahmen umgesetzt werden sollen. Vorgesehen sind unter anderem:

  • Außenjalousien und Sonnenschutz
  • Fenstertausch
  • Begrünungsmaßnahmen
  • moderne Lüftungssysteme
  • Klimatisierung

Bei Neu- und Zubauten soll künftig der klimaaktiv Gebäudestandard ”Gold“ angestrebt werden. In Österreich gibt es rund 6.000 Schulgebäude.

Mehr Flexibilität an Hitzetagen

Auf Basis der Hitzewarnstufen der GeoSphere Austria sollen Schulen künftig flexibler auf extreme Temperaturen reagieren können.

Ab Hitzewarnstufe 2 sollen unter anderem folgende Maßnahmen möglich sein:

  • Entfall des Sportunterrichts
  • Verschiebung oder Absage schriftlicher Leistungsfeststellungen

Ab Hitzewarnstufe 3 sind darüber hinaus vorgesehen:

  • Verkürzung der Unterrichtsstunden
  • längere Pausen
  • früherer Unterrichtsschluss
  • Entfall des Nachmittagsunterrichts (bei gleichzeitiger Sicherstellung der Betreuung jüngerer Schüler:innen)
  • Möglichkeit für Eltern, ihre Kinder zu Hause zu lassen
  • Möglichkeit für Schulen der Sekundarstufe II, auf Distance Learning umzustellen

Ein generelles „hitzefrei“ ist derzeit jedoch nicht vorgesehen.

Ziel: Gut vorbereitet auf den Sommer 2027

Der Aktionsplan „Coole Schulen“ soll noch im Sommer erarbeitet und anschließend politisch verhandelt werden. Ziel ist es, bereits für den Sommer 2027 konkrete Maßnahmen umzusetzen. Nach Angaben des Bildungsministers soll dafür kein zusätzliches Budget bereitgestellt werden. Die Finanzierung soll durch Umschichtungen innerhalb bestehender Mittel erfolgen. 

Angesichts der Entwicklung der Temperaturen in Österreich ist schneller Handlungsbedarf gegeben. Hitze sei laut Schaffhauser die mit Abstand tödlichste Naturgefahr. In den letzten 9 Jahren habe es mehr Hitzetote als Verkehrstote gegeben. Wenn die Klimaerwärmung so weitergehe, würden die Temperaturen zum Ende des Jahrhunderts um 5 Grad höher liegen. Jede Emissionsreduktion würde zu einer Besserung beitragen, betonte Schaffhauser.