Neue AHS-Fächer: Im Herbst starten Fortbildungen für Lehrkräfte

Begutachtungsfrist endet morgen
Am morgigen Dienstag, dem 11. August, endet die Begutachtungsfrist für die neuen Fächer in der AHS-Oberstufe. Die Vorbereitungen laufen bereits im Eilverfahren, damit es schon für den ersten Jahrgang 2027/28 Unterrichtsmaterialien und ausgebildete Lehrkräfte gibt. Verlage können durch eine verlängerte Frist noch bis Herbst Schulbücher für die neuen Gegenstände zur Approbation einreichen - ein Prozess, der normalerweise ein bis zwei Jahre dauert. In der Regel können nur vom Ministerium abgesegnete Bildungsmedien später über die Schulbuchaktion kostenlos von den Schulen bezogen werden.
Schulbücher, Unterrichtsmaterialien, Lernapps
Entsprechend arbeiten mehrere Bildungsmedienanbieter intensiv an passenden Angeboten, zitiert die APA die Allianz Bildungsmedien Österreich (ABÖ). Es brauche aber “pragmatische Sonderregelungen im Bereich der Qualitätssicherung und der Approbation”, um die Schulbücher rechtzeitig liefern zu können. Zusätzlich will das Ministerium für "Medien und Demokratie" noch "ergänzende Unterrichtsmaterialien" entwickeln lassen, für "Informatik und KI" sei hingegen schon jetzt "ein breites Angebot unterschiedlicher Unterrichtsmaterialien" vorhanden. Ergänzend sollen die Schulen über die "Plattform Lernapps" des Ministeriums qualitätsgesicherte digitale Lernanwendungen abrufen können, mit denen die Jugendlichen die Lerninhalte interaktiv vertiefen und üben können.
Erste Fortbildungen im Herbst
Im Herbst beginnen auch die Ausbildungen der Lehrkräfte für die neuen Fächer: An fünf Pädagogischen Hochschulen (PH) ist ein berufsbegleitender Hochschullehrgang für "Medien und Demokratie" im Umfang von 30 ECTS (Arbeitspensum von einem Semester Vollzeitstudium) geplant. Die Inhalte sollen flexibel an die Bedürfnisse der Teilnehmerinnen und Teilnehmer angepasst werden können. Anderes läuft es beim KI-Schwerpunkt: Geht es nach dem Bildungsministerium, sollen Informatik-Lehrkräfte dieses Thema unterrichten. Für diese sind nur einschlägige Fortbildungen geplant.
Kritik an Zeitplan
Die AHS-Lehrergewerkschaft sieht den Zeitplan des Ministeriums skeptisch. Die Schulen müssten etwa schon im Herbst entscheiden, ob sie die neuen Inhalte als eigenes Fach oder integrativ in einem bestehenden Unterrichtsgegenstand anbieten wollen, obwohl die Schulungen zu den neuen Lehrplänen erst danach stattfinden. Und die PHs wüssten derzeit noch nicht einmal, was genau sie den Lehrkräften in ihren Fortbildungen vermitteln sollen, kritisiert Georg Stockinger, Vorsitzender der FCG. Er befürchtet ähnliche Probleme wie beim 2022 eingeführten Pflichtfach "Digitale Grundbildung", wo es laut dem Lehrervertreter immer noch zu wenige dafür geschulte Lehrkräfte gibt und für das immer wieder einfach jene Kolleginnen und Kollegen eingeteilt werden, denen noch Stunden fehlen. “Es fehlt uns mindestens ein Jahr für eine seriöse Umsetzung, wenn nicht zwei.”
Quelle: APA Science