Jeder zweite Jugendliche vertraut der KI seine Gefühle an

Ratschläge der KI als Richtschnur
Mehr als die Hälfte der Elf- bis 17-Jährigen spricht mit KI-Chatbots über ihre Gefühle, viele davon mehrfach. Das zeigt eine aktuelle Umfrage unter 500 Eltern und ihren Kindern (elf bis 17 Jahre) in Österreich und Deutschland, durchgeführt von Censuswide im Auftrag von GoStudent. Fast neun von zehn Kindern, die mit der KI über ihre Gefühle gesprochen haben, sind diesem Rat gefolgt, mehr als die Hälfte sogar mehrfach.
KI hilfreicher als Eltern und Lehrkräfte
Dabei finden 26,9 Prozent der österreichischen Kinder den Rat von Künstlicher Intelligenz hilfreicher als Tipps von Eltern und Lehrkräften: Hauptgründe dafür sind die ständige Verfügbarkeit (34,4 Prozent), die Verschwiegenheit der KI (32,3 Prozent) und das schnellere Antworten (30,1 Prozent). Aber auch soziale Faktoren spielen eine Rolle: 29 Prozent der Kinder wollen Ärger vermeiden, 25,3 % wollen nicht verurteilt werden und 21 % nutzen die KI, damit sich Eltern und Lehrkräfte keine Sorgen machen.
Kein Einblick für manche Eltern
Die Eltern wissen über die KI-Beratung überwiegend Bescheid. Nur ein Fünftel gibt an, das eigene Kind habe nie von solchen Gesprächen berichtet. Allerdings gibt es hier eine Dunkelziffer: Etwa jedes zehnte Kind, das einem KI-Rat gefolgt ist, hat darüber nicht mit einem Erwachsenen gesprochen.
Schwindendes Vertrauen in schulische Fähigkeiten
Hinzu kommt die zunehmende Abhängigkeit von KI im schulischen Bereich. 30,9 % der Kinder, die KI bereits nutzen, fühlen sich oft oder immer weniger dazu in der Lage, dieselbe Aufgabe ohne KI zu lösen, zum Beispiel bei einer schriftlichen Prüfung. Fast frei von zehn Eltern sprechen sich daher für ein vollständiges KI-Verbot in dieser Altersgruppe aus.