Jugendliche: Weniger Social Media, mehr KI

500 Jugendliche befragt
Welche sozialen Netzwerke nutzen Jugendliche in Österreich? Das zeigt der Jugend-Internet-Monitor, der heuer bereits zum elften Mal im Auftrag der EU-Initiative Saferinternet.at 500 repräsentativ ausgewählte Jugendliche im Alter von elf bis 17 Jahren befragt hat. Dabei zeigen sich große Veränderungen.
Verluste für alle Plattformen
Die Top Fünf bei den Sozialen Medien können ihre Position halten: Spitzenreiter bleibt WhatsApp vor YouTube, Snapchat, TikTok und Instagram - allerdings mit teils starken Verlusten von bis zu neun Prozentpunkten. Dahinter folgen abgeschlagen weitere Plattformen wie Microsoft Teams, Pinterest, Roblox oder Discord.

Geringe Unterschiede zwischen Burschen und Mädchen
Bei den großen Plattformen gibt es kaum Unterschiede zwischen Burschen und Mädchen. Diese zeigen sich erst bei den Apps für Streaming und Gaming: Discord (Burschen: 28 %, Mädchen: 8 %) und Twitch (Burschen: 23 %, Mädchen: 5 %) sind klar männlich dominiert, ebenso Reddit und X. Fest in weiblicher Hand sind hingegen Pinterest (55 % Mädchen, 8 % Burschen), in eingeschränktem Maße auch Microsoft Teams (35 % Mädchen, 27 % Burschen).
Kurzvideos dominieren Nutzung
Warum Jugendliche soziale Netzwerke nutzen, hat sich in den vergangenen Jahren stark gewandelt. Sich direkt mit Freundinnen und Freunden auszutauschen, über das eigene Umfeld informiert zu bleiben oder bestimmten Personen gezielt zu folgen, verlieren zunehmend an Bedeutung. Stattdessen rückt das endlose Durchscrollen von Kurzvideos in den Vordergrund. Dieses Prinzip, das vor allem TikTok geprägt hat, bestimmt inzwischen die Funktionsweise fast aller großen Social-Media-Plattformen. Jugendliche konsumieren deren Content überwiegend passiv und lassen sich von Inhalten, die der Algorithmus vorschlägt, berieseln. Dies zeigt sich unter anderem daran, dass viele von ihnen kaum mehr benennen können, welchen Content-Creatorinnen und -Creatoren sie tatsächlich folgen. Der algorithmische Konsum ersetzt zunehmend das bewusste Abonnieren und Verfolgen einzelner Persönlichkeiten.
KI fest verankert
Was den Rückgang der Social-Media-Nutzung erklären dürfte: Bereits 94 Prozent der Jugendlichen nutzen KI-Chatbots. Unter den Jugendlichen zeigt sich zudem ein zunehmendes Sättigungsgefühl: Obwohl soziale Netzwerke weiterhin ein wichtiger Bestandteil ihres Alltags sind, äußern viele junge Menschen in Fokusgruppengesprächen mit Saferinternet.at Kritik. Als besonders störend empfinden sie die große Menge an Werbung und die ähnlichen Inhalte auf den verschiedenen Plattformen. Auch belastende Inhalte und Hasskommentare machen soziale Netzwerke für viele Jugendliche unattraktiv.